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wahre Ruhe des Geistes, die weder durch Gewinnsuchtbewegt, noch durch Furcht vor Mangel geängstigtwerde. Jedweder Handel seitens der Geistlichenwird hier also verurteilt; und an dieselbe PaulinischeStelle anknüpfend, führt Augustinus den Gedankendes Ambrosius , seines Lehrers, weiter aus 1 ). Geistund Herz dessen, der sich dem Dienste Gottes widme,müsse völlig freibleiben von allen irdischen Sorgen.
„Denn etwas anderes ist es, freien Geistes körper-lich zu arbeiten, wie dies der Handwerker zu tun ver-mag, sofern er nicht betrügerisch und geizig und vollGier nach Besitztümern ist, etwas anderes, den Geistmit der Sorge, ohne körperliche Arbeit Geld anzuhäufen,zu erfüllen, wie dies die Kaufleute, Verwalter undGroßpächter tun; denn voll Sorge leiten sie ihr Ge-schäft, aber arbeiten nicht mit den Händen ; daher ihrGeist von dem Gedanken, zu erwerben, in Beschlaggenommen ist.“
Es ist dann nur eine Paraphrase der Worte desBischofs von Hippo, wenn die Synode von Karthago vom Jahre 397 verordnet 2 ):
„Ut episcopi et presbyteri et diaconi vel clericinon sint conductores neque procuratores privatorumneque ullo turpi vel inhonesto negotio victum quaerant,quia respicere deheant scriptum esse: nemo militansDeo implicat se negotiis saecularibus. “
*) De opere monach. c. 15. Migne, Patr. lat. XL, 561.s ) Harduin, Conc. I, 963, can. 15. Die angeblich der 4. Synodevon Karthago angehörige Bestimmung bei Harduin, Conc, I, 982,can.51—53, ergänzt dies in positiverWeise: „Clericus quantumlibetverbo Dei eruditus artificio victum quaerat. — Clericus victumet vestimentum sibi artificiolo vel agricultura, absque officii suidetrimento, paret. — Omnes clerici, qui ad operandum validioressunt, et artificiola et literas discant.“