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Der wirtschaftende Mensch in der Geschichte : gesammelte Reden und Aufsätze / von Lujo Brentano
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Lujo Brentano

Unter den hierhergehörigen Schriftstellern sind zunennen Hartlib, der Holländer Peter Cornelius, GerardWinstanley , alles Quäker. Im Jahre 1696 veröffent-lichte John Bellers seineProposals for raising aCollege of industry of all useful trades and husbandry ,with profit for the rieh, a plentiful living for the poor,and a good education for youth; which will he ad-vantage to the government by the increase of thepeople and their riches, eine Schrift mit Gedankenähnlich denen des genannten Peter Cornelius und denenRobert Owens. 1775 wirft Thomas Spence die Frage auf,ob alle Mitglieder der Gesellschaft alle Vorteile ge-nießen, die sie infolge ihres natürlichen und gleichenRechtes auf Land und Freiheit zu verlangen berechtigtsind, und beantwortet die Frage mit Nein. WenigeJahre später tritt Professor Ogilvie in Aberdeen ein fürVerstaatlichung des Bodens. Dasselbe verlangt Godwin in seiner Political Justice und 1817 verlangt RobertOwen die Reorganisation der Gesellschaft auf genossen-schaftlicher Grundlage. Damit sind wir bei dermodernen sozialistischen Bewegung in England an-gelangt, welche über Gray, Thompson, Hodgskin, Ed-monds, Bray zu Karl Marx führt.

In den katholischen Ländern, wo, wie bemerkt,zunächst noch die alte katholische Auffassung vomEigentum von den Theologen aufrecht erhalten wird,ist die Entwicklung nicht anders. Diese Auffassunggenügt hier, solange die Menschen wirklich katholischdenken. Wie aber, wenn dies aufhört ? Die alte Auf-fassung vom Kommunismus als dem allein dem Natur-rechte entsprechenden Zustande bleibt; aber die Recht-fertigung des Eigentums als Notwendigkeit infolge desSündenfalls fällt. Folglich hier die heftigsten theo-retischen Angriffe auf das Eigentum und Versuche,den Kommunismus theoretisch zu begründen. Das