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Zur Gencalogio der Angriffe auf das Eigentum
Eigentum wird als Quelle aller ökonomischen Ungleich-heit und sittlichen Verworfenheit und politischen Miß-stände hingestellt. Charakteristisch, daß Alle, vondenen diese Angriffe ausgehen, selbst entweder Geist-liche gewesen sind oder doch eine theologische Bildungdurchgemacht haben, und vom Christentum abgefallen.So der Abbe Horelly, der Abbe Mably, der PfarrerJean Meslier , Vairasse. Es ist der Kirchenvater, derden Priesterrock abgestreift. Der alte Radikalismusist geblieben, der christliche Kompromiß mit derWirklichkeit fiel. Darauf dann auch andere wie Brissot.Babeuf sucht die neue Idee im Leben zu verwirklichen.Darauf St. Simon, Eourier, Proudhon, Cabet , Consi-derant bis zu den heutigen französischen Sozial-demokraten, die sich zu Marx bekennen.
Als in der Zeit nach der Reformation die moderneWissenschaft aufkam, empfand sie das Bedürfnis nacheiner Rechtfertigung des Eigentums als eines subjek-tiven Rechts; sie fand sie zunächst in der sei es durcheinen Urvertrag, sei es durch Befehl des Gesetzgebers,dem Einzelnen übertragenen Befugnis. So Grotius ;ursprünglich war nach ihm Alles gemein; das Sonder-eigentum entstand auf Grund ausdrücklichen oder still-schweigenden Vertrags, ausdrücklich, wo man die Güter,die ehedem gemein waren, teilte, stillschweigend, wo manokkupierte. Der Grund, warum die Menschen auf dieursprüngliche Gütergemeinschaft verzichteten, und zwarzuerst an Mobilien, dann an Immobilien, war einmal,daß sie sich nicht länger mit einfachen Bedürfnissenzufrieden gaben, denn um besser zu leben, benötigtman der Arbeit, die der eine auf dieses, der andereauf jenes verwandte; und sodann der Mangel anBilligkeit und Eintracht, infolge deren man keine ge-rechte Gleichheit weder in der Arbeit (Produktion)noch im Verbrauche des Ertrags (Verteilung) bewahrt