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376 n. Chr. währte. Damit Aufhören der systemati-schen Plünderung der Provinzen. Damit aber hörteauch Italien auf, das Zentrum des Reichtums zu sein.Denn alle großkapitalistischen Unternehmungen, dienach Anhäufung von Reichtum in Italien aufgekommenwaren, wie die Steuerpacht 1 ), die Züchtung von Luxus-sklaven, die man verkaufte, Spekulationen in Grund-stücken , Häusern 2 ), wie auch in den niedersten Ge-werben waren keine solchen, in denen neue Brauchbar-keiten produziert wurden ; es wurde darin nur anderen,was sie hatten, abgenommen ; es wurden also in Italien keine Produkte hergestellt, die man gegen die Luxus-waren des Orients hätte eintauschen können. Manbezahlte sie mit Geld. Also auf der einen Seite einVersiegen der bisherigen Geldquellen, auf der anderenSeite ein fortwährendes Abfließen der Edelmetalle für
*) Wie der römische Staat nicht in eigener Regie haute,sondern wie in der vorstehenden Anmerkung bemerkt worden ist,alles an den Mindestnehmenden im Wege der Submission vergab,so vergab er umgekehrt seine Staatseinnahmen, insbesondereSteuern und Zölle, an den Meistbietenden. Dabei ist es bis zumEnde des oströmischen Reichs geblieben (vgl. Deloume, Lesmanieurs d’argent ä Rome, Paris 1889, pp. 44, 95. HenriM o n n i e r in der Nouvelle revuo historique du droit fran^ais etßtranger XXIV, 305).
2 ) Die privatrechtliche locatio operis ist aus den locationesoperis des römischen Staates entstanden. Sie ist so alt wie dieWohnungsmiete in Rom (vgl. P e r n i c e , Antistius Labeo I,468 ff.). Was aber das Alter der Wohnungsmiete in Rom betrifft,so genügt die Erinnerung daran, daß Sulla als junger Mann ineinem Miethaus gegen einen Mietzins zu 3000 Sesterzen wohnte,während im gleichen Hause ein Freigelassener um 2000 Sesterzenwohnte. Schon damals gab es in Rom Mietskasernen. Die locatiooperis gehört quellenmäßig schon der vorsullanischen Zeit an(vgl. auch N i e b u h r , Vorträge über römische Geschichte, Ber-lin 1846, II, 191).