320
sah, wie dort das Geld in seinen Händen sieh mehrte,wollte er in seine Heimatstadt nicht wieder heim-kehren 1 ). Ravenna ist auch, als es vorübergehendHauptstadt des Ostgotenreichs wurde, der Haupt-handelsplatz mit Konstantin opel gehlieben. Ent-sprechend dieser Bedeutung des Kapitalbesitzes hatsich in Ravenna auch die alte Stadtverfassung undeine römische Rechtsschule erhalten. Seine Handels-verfassung, sagt Leo 2 ), hat dann später, als der HandelItaliens überhaupt lebhafter wurde, mehr oder minderzum Beispiel und Muster gedient.
Ebenso, wenn auch in minderem Maße, ist inNeapel städtisches und gewerbliches Lehen erhaltengehliehen. Auch blieb es unter byzantinischer Schutz-herrschaft ; auch hier erhielt sich die griechisch-römische Verwaltung. Es war der Hafen für denVerkehr mit Sizilien . Trotz aller Verbote des griechi-schen Kaisers wie des Papstes, mit den SarazenenHandel zu treiben, bestanden im 9. Jahrhundert fort-währende Handelsbeziehungen zwischen Neapel undden Sarazenen. Die Rücksichtslosigkeit im Strebennach Gewinn unter Nichtachtung aller christlichenGrundsätze ging hier so weit, daß im Jahre 887 derBischof Athanasius mit den Sarazenen in Gesellschafttrat, ihnen Gelegenheit zu Rauhzügen schaffte unddafür einen Teil der Beute von ihnen erhielt.
Auch Amalfi war eine unter byzantinischer Schntz-herrschaft stehende Handelsrepublik. Es war ganzauf die Seeschiffahrt gewandt und auf Handel. Schonin der Merovingerzeit finden wir die Amalfitaner in