Handel und Kapitalismus
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bestreitbar außerordentlich großer Frömmigkeit, zeigt.„Die Mönche“, sagte er, „besitzen keine der evange-lischen Tugenden; sie denken lediglich ohne Unterlaßauf den Erwerb irdischer Güter.“ In meineroben S. 204 ff. wieder abgedruckten Akademieredehabe ich dargelegt, wie die Beutelust der treibendeFaktor aller Kriege des Mittelalters gewesen ist. Vonwas anderem waren die Normannenzüge *) vom erstenAuftreten der Normannen an, ihre Eroberung vonEngland, von Sizilien und Apulien , ihre Einbrüche indas byzantinische Reich bis hin nach Ägypten be-herrscht als von ungezügelter Erwerbsgier? Von Cid,der Verkörperung des ritterlichen Ideals der Spanier,habe ich oben erzählt * 2 ), wie all sein Tun und Treibenvon skrupellosester Erwerbsgier nach Land und Vieh,Gold und Schätzen beherrscht war. Welche Rolle siebei den Kreuzzügen gespielt hat, habe ich ebenda aus-reichend dargetan. Damit übereinstimmend berichtetRaoult de Caen 3 ), Diener und Biograph des Heldendes ersten Kreuzzugs, Tancred von Hauteville: „Tancred wurde von großer Sorge bedrängt, als er erwog, wie
*) Vgl. D e p p i n g , Histoire des expeditions maritimes desNormands etc. Paris 1844: »Normanni possident Apuliarn, devicereSiciliam, propugnant Constantinopolim, ingorunt metum Baby-loni« zitiert Depping a. a. O. p. 8 aus Guill. Pictav. Histor.Wilhelmi ducis.
2 ) Siehe oben S. 244.
3 ) Radulfus Cadomensis, Gesta Tancredi Principisbei Muratori, Script. V, 28ti: »Disputabat in dies secumanimus prudens, eaque frequentior cum coquebat anxietas, quodmilitiae suae certamina praecepto videbat obviare Dominico;Dominus quippe moxillam percussum jubet et aliam percussoripraebere; militia vero secularis, nec cognato sanguini parcere.Dominus tunicam auferenti dandam esse, et penulam admonet;militiae necessitas ambabus spoliato reliqua, quae supersunt, esseauferenda.«