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auch nicht essen“. Damit ist ihm die Arbeit als eineden Menschen von Gott gestellte Aufgabe erwiesen, undzwar die körperliche Arbeit. Aber selbstverständlichmuß die Arbeit eine ehrbare sein. „Denn die Ehr-barkeit scheut nicht die Dinge, die lediglich von denHochmütigen, die für ehrbar gehalten werden wollen,obwohl sie selbst unehrbaren Dingen nachlaufen, fürverächtlich gehalten werden.“ Sei doch Jesus’ Nähr-vater Joseph ein Zimmermann gewesen. Daher Paulusdagegen gewesen sei, daß für die leiblichen Bedürfnisseder Diener Gottes durch Gaben der Gläubigen gesorgtwerde; sie hätten durch eigene körperliche Arbeit sichdas dazu Nötige zu beschaffen. „Da die physischeNotwendigkeit die Diener Gottes dazu zwingt, demUnterhalt des Körpers sich mit gewissen zeitlichenUnterbrechungen zu widmen, warum sollte man nichtbestimmte Stunden festsetzen, um den Befehl desApostels hinsichtlich der körperlichen Arbeit zu folgen:wissen wir doch, daß eine gehorsame Bitte eher erhörtwird, als tausend Forderungen eines rebellischenGeistes.“ Es stehe ja nichts im Wege, daß manwährend der Arbeit zur Ehre Gottes singe. Augustinus schließt, indem er nach der regelmäßigen und maßvollenArbeit der Mönche seufzt, welche ihren Tag zwischenkörperlicher Arbeit, Lesen und Beten teilten. WasAugustinus ersehnt hat, ist dann in der Regel des hl.Benediktus Vorschrift geworden. „Der Müßiggang“,heißt es im 48. Kapitel derselben, „ist ein Feind derSeele; darum müssen sich die Brüder zu bestimmtenStunden mit Handarbeit und wiederum zu bestimmtenStunden mit geistiger Lesung beschäftigen.“ DieseLehren werden da n n von Gegnern derjenigen Mönche,welche nur der geistigen Arbeit und dem kontemplativenLeben sich widmeten, gegen diese ausgebeutet, so zwar