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schlechterdings nichts vom Viehzehnten weiß; daß esvom Stamme Ascher*) heißt, er habe Überfluß an Ge-treide, Most und 01; daß in den „Sprüchen“ nur eineinziges Mal 2 ) von Schafen und Herden die Rede ist,während es ebenda 3 ) heißt: „Wer seinen Acker haut,wird Brotes die Fülle haben“ und an nicht wenigenanderen Stellen auf den Landbau Bezug genommenwird; daß uns selbst Hiob als im Besitz von 500 JochRinder, mit denen gepflügt wird, geschildert wird 4 ),und im Prediger die Viehzucht überhaupt nicht mehrvorkommt, während ebenda der Satz steht 5 ): „Dochein Vorteil des Landes ist allewege dies: daß ein Königherrsche über behautes Feld“; daß die Regeln desAckerbaus von Jesaia 6 ) als von Gott empfangeneLehren hingestellt werden und den Israeliten als Idealvorschwebt, daß ein jeder in Ruhe und Sicherheit unterseinem Weinstock und Feigenbaum wohne 7 ), und wirdzugestehen, daß man weit eher sagen könnte, das AlteTestament sei durchaus getreide-, wein-, obstbaulichorientiert, statt wie Sombart 8 ), es sei ganz und garnomadisch orientiert. Auch hat, was immer die prak-tische Bedeutung des Halljahrs gewesen sein mag,allein die Existenz darauf bezüglicher Vorschrifteneine große Bedeutung des Ackerbaus zur Voraus-setzung.
Aber Sombart geht über alle den Ackerbau derIsraeliten bezeugenden Bibelstellen schweigend hinwegund hat nur Spott für diejenigen, die sagen, die in