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Der wirtschaftende Mensch in der Geschichte : gesammelte Reden und Aufsätze / von Lujo Brentano
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Lujo Brentano

schlechterdings nichts vom Viehzehnten weiß; daß esvom Stamme Ascher*) heißt, er habe Überfluß an Ge-treide, Most und 01; daß in denSprüchen nur eineinziges Mal 2 ) von Schafen und Herden die Rede ist,während es ebenda 3 ) heißt:Wer seinen Acker haut,wird Brotes die Fülle haben und an nicht wenigenanderen Stellen auf den Landbau Bezug genommenwird; daß uns selbst Hiob als im Besitz von 500 JochRinder, mit denen gepflügt wird, geschildert wird 4 ),und im Prediger die Viehzucht überhaupt nicht mehrvorkommt, während ebenda der Satz steht 5 ):Dochein Vorteil des Landes ist allewege dies: daß ein Königherrsche über behautes Feld; daß die Regeln desAckerbaus von Jesaia 6 ) als von Gott empfangeneLehren hingestellt werden und den Israeliten als Idealvorschwebt, daß ein jeder in Ruhe und Sicherheit unterseinem Weinstock und Feigenbaum wohne 7 ), und wirdzugestehen, daß man weit eher sagen könnte, das AlteTestament sei durchaus getreide-, wein-, obstbaulichorientiert, statt wie Sombart 8 ), es sei ganz und garnomadisch orientiert. Auch hat, was immer die prak-tische Bedeutung des Halljahrs gewesen sein mag,allein die Existenz darauf bezüglicher Vorschrifteneine große Bedeutung des Ackerbaus zur Voraus-setzung.

Aber Sombart geht über alle den Ackerbau derIsraeliten bezeugenden Bibelstellen schweigend hinwegund hat nur Spott für diejenigen, die sagen, die in

*) Gen. 49, 20 und Deut. 33, 24.

a ) Sprüche S a 1 o m o n i s 27, 23, 24.

) Sprüche S al o m o n i s 12, 11. 4 ) Hiob I 3, 14.

5 ) Prediger 5, 9. a ) Jesaia 28, 24ff.

) I. K ö n. 6, 5. M i c h a 4, 4.

s ) Sombart a. a. 0. S. 407.