Judentum und Kapitalismus
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bemerkt, weniger in dem Monotheismus, als vielmehrin der scharfen Betonung der Alleinigkeit Jahves.Darin aber auch die Grundlage der hochmütigen Über-legenheit, mit der die Juden als alleinige Bekennerdes wahren Gottes allen anderen Völkern entgegen-treten, und des Gefühls der Erbitterung, weil ihreäußere Stellung dieser Überlegenheit de3 von Gott auserlesenen Volks nicht entspricht. Daher ferner ihreselbstgewollte scharfe nationale Absonderung und daherauch der „Judenhaß“ * *), der mit der Entstehung des„Judentums“, bei allen Völkern, in deren Mitte siewohnen, in die Erscheinung tritt.
Von Babylon aus haben sich die Juden nach Ostund West verbreitet. Als Cyrus im Jahre 536 v. Chr.den Juden die Rückkehr nach Kanaan und den Wieder-aufbau des Tempels erlaubte, sind es nur die ärmerenund frommen gewesen, die zurückgekehrt sind; diewohlhabenderen blieben da, wo sie sich niedergelassenhatten, und bildeten durch ihren religiösen Glaubenzusammengehaltene Gemeinden, die in Beziehungen mitihren Stammesgenossen standen. Und ebenso war es.mit den Juden, welche in anderen Ländern zwangs-weise angesiedelt worden sind; so in Phönikien, Cypern,den griechischen Inseln, Ägypten , und ebenso mit denen,die ihnen freiwillig nachgefolgt sind 2 ). So gab esbesonders viele Juden in Alexandrien . Es ist „seitden Zeiten des ersten Ptolemäus, der nach der Ein-nahme Palästinas eine Masse seiner Bewohner dorthinübersiedelte, fast ebensosehr eine Stadt der Juden wieder Griechen und die dortige Judenschaft an Zahl,