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Reichtum, Intelligenz, Organisation der jerusalemitischenmindestens gleich zu achten 1 )“. Hier hatten sie zweiViertel der Stadt inne, darin eigene Verwaltung, Gebets-häuser, Synagogen 2 ). Sie besaßen das Bürgerrecht inganz Ägypten . In der ersten Kaiserzeit rechnete manauf acht Millionen Ägypter eine Million Juden 3 ).Ebenso ist in der Hauptstadt Syriens, in Antiochia ,den Juden ein gewissermaßen selbständiges Gemeinwesenund eine privilegierte Stellung eingeräumt worden 4 ).Ganz ebenso in Kyrene 5 ). In sämtlichen neuhelleni-schen Gründungen und daneben in zahlreichen «,1t-hellenischen Städten, selbst im eigentlichen Hellas, z. B.in Korinth , hat es selbständig organisierte Juden-gemeinschaften gegeben 6 ). In allen wurde den Judenihre Nationalität mit den von ihnen selbst daraus ge-zogenen Konsequenzen gewahrt, d. h. bei der Untrenn-barkeit der jüdischen Kirchenordnung und der jüdischenRechtspflege übten die Vorsteher über sie auch dieJurisdiktion; nur der Gebrauch der griechischen Sprachewurde von ihnen gefordert. Aber „das unvergleich-lich zähe Gefühl der nationalen Zusammengehörigkeit,wie es in der rückkehrenden Exulanten-Gemeinde sichfestgesetzt und dann jene Sonderstellung der Juden inder Griechenwelt mit durchgesetzt hatte, behauptetesich trotz Zerstreuung und Spaltung. Am bemerkens-wertesten ist das Fortleben des Judentums selbst in
*) M o m m s e n , a. a. 0. S. 489.
a ) Giacomo Lumbroso , Recherches sur l’economie politiquede l’Egypte sous les Lagides, Turin 1870, p. 62.
а ) Jean J u s t e r, a. a. 0. I, 209.
4 ) M o m m s e n , a. a. 0. S. 456.
“) Flavius Josephus, Jüdische Altertümer, XIV, 7.Jean J u s t e r , a. a. 0. I, 209, 211.
б ) M o m m s e n , a. a. 0. S. 490.