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Lu jo Bfentano
eine Quelle, die im Sande versickert. Gewiß, dieseihre Intelligenz ist weit von der unseren verschieden.Ich bestreite nicht ihre Mängel, ihre Schwäche imlogischen Denken, ihren völlig intuitiven Charakter,die Unfähigkeit aller dieser Leute, ihre Gedanken zubeherrschen wie auch ihr Handeln zu regeln, ihre Un-fähigkeit zu abstraktem Denken und zu politischerVerwaltung. Vergeblich würde man in dieser kleinenOase eine intellektuelle Elite suchen; wer aber einigeMonate dort verweilte, würde bei allen diesen un-zivilisierten Menschen eine Phantasie und ein Emp-findungsvermögen finden, wie man sie bei den BauernEuropas vergeblich suchen würde.“
Nach dieser Schilderung sind die Wüstenbewohnernicht anders wie die primitiven V ölker jedweden Breite-grads und jedweder Rasse. Wie bei allen primitivenVölkern ein Vorherrschen des Gefühls über den Ver-stand, daher des Impulsiven über die nüchterne Über-legung, der Anschauung über das abstrakte Denken,der Intuition und Phantasie über Methode und Be-rechnung. Es zeigen diese Wüstenbewohner dieselbenEigenschaften, welche noch zur Zeit der Kreuzzügeden germanischen Ritter im Gegensatz zum italienischenNobile charakterisiert haben 1 ). Weit davon, daß dieSteinwüste der modernen Stadt die Fortsetzung deralten Sandwüste wäre, steht der alte Wüstengeist zudem Geist der modernen Stadt in demselben Gegen-satz wie der Geist der Bewohner des nebel- und wald-bedeckten Landes im Norden, bevor auch sie vomkapitalistischen Geiste ergriffen worden waren. Damitbricht das ganze Lehrgebäude vom Ursprung deskapitalistischen Geistes zusammen, das Sombart aufdem angeblichen Charakter der Juden als eines
b Siehe oben S. 259, Anmerkung 1.