friedigte, gab er sie 1863 noch einmal unter dem Titel „LesAmours de Napoleon III. par l'auteur de la Femme de Cesar.Geneve et Bruxelles" heraus. —
Am wenigsten ist der Vorwurf des Plagiats Dichtern undSchriftstellern der unmittelbaren Gegenwart erspartgeblieben. So hat beispielsweise der 1. Zivilsenat des Ober-landesgerichts München in seinem Urteil vom 27. November 1929der Klage des Leipziger Verlags Abigt stattgegeben, weil der1932 verstorbene Dr. Max Kemmerich in dem von ihmverfaßten Werke „Die Brücke zum Jenseits" auf S. 304 bis 314den wesentlichen Inhalt von Manuskripten Professor Dr. Gruberswiedergegeben hatte 07 ).
Auch dem „Mann mit der roten Weste", Roda Roda ,wollte man im gemütlichen Wien etwas am Zeuge flicken mitder Behauptung, eine seiner Erzählungen „Nagy Pistas Ein-ladung" wäre im ganzen und wörtlich nachgeschrieben einerNovelle „Ein Gastmahl" von Franz Hormeyer. Da letztererjedoch 1906 geboren, die Geschichte Roda Rodas jedoch bereitsin der Beilage des „Berliner Tageblatts" vom 15. Oktober 1893erstmalig erschienen ist, so ergibt sich einwandfrei, daß RodaRoda das Vorbild abgegeben hat und nicht umgekehrt" 8 ). Dasgleiche Mißgeschick widerfuhr ihm mit seiner kleinen Geschichte„Die Gans von Podwolotschyska", in welcher der BahnhofswirtZibebenstrudel seine Gäste jahrelang um den Gänsebraten prellt.Roda Roda findet sich resigniert damit ab: „Gestern schlage icheine illustrierte Wochenschrift auf — und was lese ich darin?Meine Geschichte. Nur heißt sie diesmal anders und ist vonJo Hanns Rösler . Muß es mich nicht mit Stolz erfüllen?Es fand ein jüngerer Autor soviel Gefallen an meiner Arbeit,daß er die Arbeit neuerdings verbreitet, allerdings unter seinemNamen" 69 ).
Ebenso kam der bekannte Romanschriftsteller LudwigW o 1 f f zu Unrecht in den Verdacht, ein Plagiat begangen zu
ar i Welt am Sonntag Nr. 52 v. 25.12.1927; Börsenbl. f. d. Deutsch . Buch-handel Nr. 298 v. 24.12.1930.m ) Berl. Tagebl. v. 15. 9.1931.68 ) Berl. Ta$ebl. v. 13. i. 1933.
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