Manuscript bearbeitet. Hamburg -Altonaer Volksbuchhandlungin St. Pauli 1847" 74 ).
1910 veröffentlichte Dr. Herbert Hirschberg eine„Geschichte der Herzoglichen Hoftheater zu Coburg und Gotha"(Berlin , Vita), in der er sich angeblich „auf das reiche sichbietende und noch unbenutzte Material, das ich im Archiv derHoftheater . . . vorfand", stützt. Was von diesen tönendenWorten zu halten ist, hat Conrad Höf er in seinem Artikel„Auch ein Beitrag zur Theatergeschichte" 75 ) geschildert. Nachihm enthält der ganze Band „nicht eine einzige Seite, derenInhalt geistiges Eigentum des Verfassers wäre. Vielmehr ist dasBuch zu mindestens neun Zehntel aus schon vorhandenen Dar-stellungen nahezu wörtlich abgeschrieben; das letzte Zehntelaber ist da- und dorther zusammengesucht, und zwar in einemDeutsch, das dem Leser die Haare zu Berge steigen läßt . . .Von Akten- oder Urkundenstudium ist keine Rede. Da nunHirschberg mit einigen wenigen Ausnahmen, wo er eben nichtanders konnte, es unterläßt, die .Quelle', aus der er jeweilig ab-schreibt, zu zitieren, so nimmt sein Werk auch noch denCharakter eines Plagiats an" usw.
Allein über die unerlaubten Zugriffe kleinerer Geister könnteman beruhigt zur Tagesordnung übergehen, ohne sich weiterdarüber aufzuregen. Ernster schon wird die Angelegenheit, wennMänner von Namen und Rang über den Unterschied der Be-griffe „mein" und „dein" eigenartige Begriffe haben.
Da schreibt zum Beispiel der berühmte französische EpikerAndre Maurois eine reizende kleine Geschichte „Wieman zu Tode kommen kann", die von einem kleinen Subaltern-beamten handelt, dem das Mißgeschick widerfährt, im Theaterdem vor ihm sitzenden Chef auf die Glatze zu niesen. Der Un-glückliche glaubt, damit seine ganze Karriere zerstört zu habenund belästigt seinen Chef andauernd mit so viel Entschuldi-gungen, daß dieser endlich in Wut gerät und das Unglückswurm
74 ) Gugitz, in: Bilderlexikon, Literatur und Kunst. Wien 1930, II, 920.
75 ) Zeitschrift für Bücherfreunde 1911/12, S. 369 ff.
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