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Meister des Plagiats oder die Kunst der Abschriftstellerei / Paul Englisch
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hinauswirft. Seine Entlassung nimmt der sich so zu Herzen, daßer darüber sich zu Tode grämt.

Diese nicht gerade weltbewegende Geschichte wurde in fran-zösischen und deutschen Zeitschriften immerzu nachgedrucktund brachte dem Verfasser Ansehen und klingenden Lohn. Aberleider entpuppte sich die Geschichte als wortwörtliches Plagiatan einer Novelle des russischen Schriftstellers AntonTschechow . Maurois verteidigte sich mit den bekanntendurch Moliere klassisch gewordenen Entschuldigungsgründen,daß er das Gute nähme, wo er es fände, und daß er auf seinOriginalmanuskript den Vermerk gesetzt hatte:In der Art vonA. Tschechow ", der jedoch beim Druck weggefallen sei 76 ).

Nach den Mitteilungen derNeuen Zürcher Zeitung ' soll auchdas so erfolgreiche StückLeutnant Komma" von RoseMeiler auffallende Ähnlichkeit mit der NovelleSekonde-leutnant Saber" von Juri Tymjanow aufweisen, die indem BandDreißig Erzähler des neuen Rußland" (Berlin ,Malik-Verlag) abgedruckt ist 77 ), so daß nach dem Schweizer Blattein Hinweis der Bühnenautorin schon am Platze ge-wesen wäre".

In frischer Erinnerung dürfte vielleicht noch der Fall PaulZech sein, den dasBerliner Tageblatt" Nr. 476 vom 8. Ok-tober 1926 kurz erörterte. In der Abendausgabe vom 6. August1925 hatte das Feuilleton dieses Blattes nämlich einen Aufsatzvon Paul Zech Sommerliche Landschaft" gebracht. Die Re-daktion der genannten Zeitschrift richtete daraufhin an Zechdie Anfrage, ob es, wie verschiedene Zuschriften behaupteten,den Tatsachen entspräche, daß eine nicht geringe Anzahl vonStellen in diesem Aufsatze zunächst dem Empfinden, aber desöfteren auch dem wörtlichen Ausdruck nach identisch seienmit Stellen aus dem BucheFliegender Sommer" von AlfredPutz el, erschienen 1922 bei Oskar Wöhrle in Konstanz . Zechbestritt. Nun rollte Dr. Richard Huldschiner imTage-buch" vom 2. Oktober 1926, S. 14791483 den Fall Zech in

) B. Z. am Mittag v. 18. 8.1932.

77 j Neueste Zeitung, Innsbruck , v. 2. 3. 1933.

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