Der Entlenin der Dichter
Hat grad' ein neues Plänchen,
Und aufgemuntert spricht er
Zu seinem Weib (Ent-) Lenchen:
Was soll mit Geistestaten
Man seine Zeit sich schmälern?
Moderne Kliteraten,
Die denken jetzt (dieb)stählern!
Ich plagitiere mächtig
Für freie Dichter schindung.
Ein Vers klingt wirklich brechtig
Erst in der Nachempfindung.
Wird dann die Sache lausig,
Merkt man den Geistesdalles:
Ich bin (und mach mich) mausig
und klemmentiere alles.
Mit schöpferischen Dramen
Weiß ich mich durchzuhauen.
Ich kämpf für meinen Namen
mit Zähnen und mit Klauen.
Brecht, der später in seinem Prozeß gegen die Nero-Film-Ge-sellschaft wegen der Verfilmung seiner „Dreigroschenoper "durch seinen Anwalt zu seiner Entschuldigung vorbrachte, daßzwischen ihm und Ammer gar keine Differenzen beständen under aus dessen Gedichten mit 500 Versen Umfang nur „40 Zeilenwörtlich übernommen habe", er auf künstlerischem Gebiet aucheiner prinzipiellen Laxheit huldige, zeigte sich selbst nicht solobenswert großzügig, als die allmächtigen Filmproduzenten anseinem Stücke Änderungen vorzunehmen sich erkühnten 89 ).
Genau so peinlich wirkte der Fall Alexander Lernet-H o 1 e n i a. Aufmerksam geworden durch die Bemerkung desKritikers Dr. Karl Neurath im „Berliner Börsen-Courier"vom 12. Juni 1930: „Die Attraktion" ist letzten Endes nur einschwacher Abklatsch von Karl Streckers .Krokodil', aberohne dessen satirische Durchdringung", nahm sich Strecker be-sagtes Stück vor und glaubte feststellen zu müssen, daß abSeite 18 des Buches eine Übereinstimmung in der Grundidee, indem Haupttrick des ganzen Stückes enthalten sei. NachStrecker: „Dort wie hier: Große Gesellschaft. Dort wie hierschleicht sich unbemerkt ein Einbrecher ins Zimmer. Dort wieVgl. Berl. Tagebl. v. 21.10.1930.
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