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per KZ zu kaufen ist! Welche Fortschritte hat unsere Maschinenindustriegemacht: früher schlug eine geübte Strumpfwirkerin 100 Maschen inder Minute, heute schlägt eine Maschine, die vielleicht von zwei demKindesalter kaum entwachsenen Mädchen bedient wird, 500000 Maschenin der gleichen Zeit! Und um vermittelst eines weiteren Beispiels vonKleinem zum Großen zu kommen: 1865 kostete das Stück einer bestimmtenin den Baldwin Lokomotive Works in Philadelphia hergestellten Ma-schinen 24 000 K Papier oder 16000 K Gold, heute 7500 P. DieseErmäßigung ist aber mehr wie begreiflich, wenn wir uns vergegen-wärtigen, daß der in der Roheisenproduktion beschäftigte Arbeiter heuteein um das Fünffache größeres Arbeitsquantum als im Jahre 1865 leistet.
Ein Überblick über die Preisverschiebungen der letzten Jahrzehntezeigt uns, daß diejenigen Waren, deren Herstellung durch die Fort-schritte der Technik in stets steigender Anzahl ermöglicht wird undderen Produktionskosten im Zusammenhang hiermit sich stetig ver-billigen, die hauptsächlichsten Preisermäßigungen ausweisen. Nicht oderdoch weniger im Preise sind dagegen solche Waren gefallen, deren Her-stellung nicht beliebig oder nur langsam gesteigert werden kann, wie dies anden Vieh- und Fleischpreisen und an der Wohnungsmiete ersichtlich ist.Dementsprechend hat sich auch die menschliche Arbeitskraft verteuert:die Löhne sind wesentlich gestiegen und die Lebenshaltung derunteren Klassen ist eine für jedermann erkennbar bessere geworden.Dadurch erklärt sich auch, daß trotz der Preisrückgänge für die Massen-produkte das Leben nicht billiger geworden ist, daß man mit 600 Mk.keineswegs besser auskommen kann, als früher mit 200 Thlr., wiejede Anfrage bei unseren kleinen Rentiers, den Beamten, den Pensionärsbeweisen würde.
Was bedeutet aber schließlich das Billigerwerden der Preise?Doch nur, daß Gegenstände, deren wir zu unserem Lebensunterhalteoder zu anderen Zwecken bedürfen, in immer wachsender Menge mitsich fortwährend verringernden Kosten an Zeit und Arbeitsmitteln er-zeugt werden. Und hierin liegt die Wurzel aller fortschreitenden Kultur,deren Ausbreitung gewiß niemand Hemmnisse bereiten will. Denn inihr erkennen wir das beste Zeichen gesunder wirtschaftlicher Entwicklung,weil hierdurch auch den minder bemittelten Klassen Gelegenheit zu ge-steigertem Verbrauche gegeben wird.Bimetallisti- Die deutsche Landwirtschaft sieht bekanntlich ihre Hauptkon-chun^?w^ kurrenten in Rußland, in den Vereinigten Staaten Nordamerikas , in^reide°rei^ und neuerdings in Argentinien. Aber letzteres Land hatte seit fast
und Schulden siebzig Jahren mit kurzen Unterbrechungen Papierwährung, es bleibt also für-rl-icht-rung. ^ F^ge des Bimetallismus ganz außer Betracht. In Amerika ist der Gold-dollar die eigentliche Währungs- und Umlaufs-Münze und alle Zahlungengeschehen dort in Gold. Ebensowenig hat Rußland Silberwährung, sondernzahlt in Papiergeld; der Kurs des Papierrubels hat mit den Silberpreisengar nichts zu thun, er hängt vielmehr ausschließlich von der Gestal-tung der russischen Handelsbilanz und den innerwirtschaftlichen Ver-