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Die Entstehung des Weltkrieges im Lichte der Veröffentlichungen der Dreiverbandmächte / von Karl Helfferich
Entstehung
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Sir Edward Grey selbst berichtet an den englischen Botschafterin Paris , dass er also gehandelt hat (Blaubuch No. 87):

"After telling M. Cambon to-day how grave the situation see-med to be, I told him that I meant to tell the German Am-bassador to-day that he must not be misled by the friendlytone of our conversations into any sense of false securitythat we should stand aside if all the efforts to preserve thepeace, which we were now making in common with Ger-many, failed." (Nachdem ich heute Herrn Cambon gesagt hatte,wie ernst die Lage zu sein scheine, sagte ich ihm, dass ich dieAbsicht habe, dem deutschen Botschafter zu sagen, dass ersich durch den freundschaftlichen Ton unserer Unterhaltungnicht irre führen lassen dürfe in irgend ein Gefühl falscherSicherheit, dass Wir beiseite stehen würden, wenn alle An-strengungen, den Frieden zu erhalten, die wir jetzt in Ge-meinschaft mit Deutschland machten, scheitern sollten.)

Nun musste Frankreich sicher sein, dass es auf die aktive.Waffenhilfe Englands zählen dürfte, falls es selbst unter irgendwelchen Umständen in dem Konflikt hineingezogen würde. In demfranzösischen Gelbbuch sucht man bezeichnenderweise vergeblichnach einem Bericht Paul Cambons über diese wichtigste Unterhal-tung während der ganzen kritischen Woche; man sucht eben dortauch vergeblich nach den daraufhin von Paris nach Petersburg ge-gebenen Instruktionen. Aber die Kugel, die am Vormittag des29. Juli in London den Lauf verlassen hatte, kommt am Abend des-selben Tages in Petersburg zum Vorschein: in dem Telegramm, indem Sasonoff Iswolsky beauftragt, der französischen Regie-rung die aufrichtige Erkenntlichkeit der russischen Regie-rung für dit Erklärung der unbedingten Waffenhilfe auszu-drücken (Orangebuch No. 58).

Jetzt waren die Würfel zugunsten des Krieges gefallen. Saso-noff hatte schon am 25. Juli dem englischen Botschafter erklärt:"If Russia feels secure of the support of France, she will face allthe risks of war" (wenn Russland der Hilfe Frankreichs sicherist, wird es alle Risiken des Krieges auf sich nehmen) (Blau-buch No. 17). Jetzt war es so weit: Dank der endlich erlangtenGewissheit, dass der Eintritt Frankreichs in den Krieg dasLosschlagen Englands zur Folge haben werde, hatte Frank-reich Russland die Kriegshilfe zugesagt und dabei wohl aucherwähnt, dass auf die englische Mitwirkung gleichfalls gerechnetwerden könne. 6 )

6 ) Ein in Deutschland naoh Ausbruch des Krieges aufgefangener Be-richt des belgischen Geschäftsträgers in Petersburg , Herrn de l'Escaille,