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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
105
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bleiben, so lange die grosse Wirthsckaft der Nation ineinem babylonischen Wirrwarr von Landtagen und Par-lamenten betrieben wird. Niemals werden wir dabeizur Klarheit gelangen. Das Geld ist schlau und mächtig.Kein Wunder, dass es versteht durchzuschlüpfen. Auchgilt es nicht, ihm mit Kniffen und Listen beizukommen.Der Reichthum muss erzogen werden zum Pflichtgefühlund zur Einsicht in die Nothwendigkeit seiner vollenMitwirkung aus blossem Selbsterhaltungstrieb. Dazusind die grossen Volksvertretungen bestimmt, in wel-chen jede Klage und jede Vertheidigung vor den Assisender versammelten Nation zur Sprache kommt. WürdigeStaatszustände werden einsichtsvolle Bürger heranbilden.Mit Leistungen und nicht mit Phrasen wird man als-dann bezahlen müssen. Die Einkommensteuer ist, wenigekleine Republiken abgerechnet, eine Schöpfung diesesJahrhunderts. Natürlich suchen die zuerst damit Bedroh-ten, ihr Recht nach dem Besitzstand auffassend, die Zu-muthung abzuwehren. In Frankreich ist das Principselbst noch nicht durchgedrungen, in Preussen hat eslangsam und mühevoll Eingang gefunden. In der Ver-öffentlichung des preuss. statistischen Bureaus aus demJahre 1868 finden wir eine geschichtliche Uebersicht derEinkommensteuer, welche wiederholt zu der Schlussfolge-rung gelangt, dass die wohlhabenderen Klassen einenbedauerlichen Widerstand leisteten, während die ärmeren