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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
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und dass man nicht nachgeben kann in jedem Falle.Noch Eins, ich gestehe es, ist nicht ohne Eindruckauf mich, wenn schon Manche darüber lächeln werden.Der deutsche Reichstag hat vor der ganzen gesittetenWelt Stellung genommen in dieser Frage unter demPanier des Fortschritts. Nichts hat ihm so sehr dieGunst des allgemeinen Welturtlieils eingebracht. Daslässt sich nicht in Groschen und Pfennigen umreclmen,und ist doch Etwas. Den Sinn der darin liegt, kannich nicht besser erklären als durch Folgendes:

Gegen Beibehaltung des Henkers stimmtenFürsten, Grafen, Herren von, Bürgerlich, Total.

2. 6. 21. 89. 118.

Für Beibehaltung des Henkers stimmten:

Fürsten, Grafen, Herren von, Bürgerliche, Total.

4. 10. 47. 14. 81.

Zusammen für den Henker 67 vom Adel und 14Bürgerliche; gegen den Henker 29 vom Adel und 89Bürgerliche.

So ward mir klar, das die Entscheidung in derHauptsache eine Frage sei zwischen der alten Feudal-welt und der neuen bürgerlichen. Man erzählt, dassin Russland früher politische Schriftsteller zuweilen ver-urtheilt wurden, am Pranger stehend ihr eigenes BuchBlatt für Blatt aufzuessen. Verstände sich der Reichs-tag dazu sein Votum über die Todesstrafe aufzuheben,