Erfahrung anzunehmen berechtigt. Nun läßt er sich außerdiesen Zinsen auch noch eine sogenannte Commission ver-güten, die wir zu V-c Procent ebenfalls hoch anschlagen. Beisechs Umschlägen macht das nochmals l V 2 Procent im Jahr,zusammen 6 Procent. Rechnet man davon ab die Geschäfts-unkosten und das Geschäftsrisiko (denn auch der Vorsichtigstewird zuweilen einen Verlust erleiden), so ergibt sich, daßer schwerlich im bloßen Diskontogeschäft 5 Procent im Jahraus seinem Kapital schlagen würde. Er wäre ein Narr,wenn er sich diesem Ertrag zu Liebe mit Geschäftssorgen,mit Corrcspondenzen und Gehülfen plagen, an Bnreaustundcnbinden wollte. Er thäte viel besser, sein Kapital in einrentables Hans oder Grundstück oder solides Papier zustecken und sich entweder auf die faule Haut zu legen oderseine Thätigkeit, während er seine Zinsen einkassirt, zu be-liebiger anderer Arbeit ohne Kapital zu verwenden. Er mußalso, um mehr zu verdienen— ganz wie der Tuchfabrikant,mit dem wir nähere Bekanntschaft gemacht haben — auchseine Forderungen einkassircn, bevor sie fällig sind. Nur daer stets anderer Leute Wechsel in der Brieftasche hat undauch selbst keine Waaren verkauft, gegen die er eigene Wechselziehen könnte, so führt ihn auf diese doppelte Manier seineBetriebsart dazu hin, daß er die von L und 0 dievorige Woche Angethanen Wechsel in dieser Woche wieder anv, L und I? abgibt. Zwar vermehrt er dadurch nicht seinenZinsgewinn, aber jeder neue Umschlag bringt ihm einenneuen Nebenverdienst, sei es von feiten dessen, dem er wiederumWechsel abnimmt, oder vermöge einer anderweitigen Opera-tion, zu der er das aus dem wiederabgegebenen Wechselgewonnene Geld gebraucht.
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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
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18
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