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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
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lohnen. Auch ist es mit der Vervielfältigung des Verkehrsund dem Aufschwünge des Unternehmungsgeistes dahin ge-kommen, daß die Bankcommissioncn gegen frühere Zeitenauf die Hälfte und das Vicrtheil einschrumpften, beziehungs-weise sind Vervielfältigung und Aufschwung erst möglichgeworden, seitdem jene Verminderung platzgrisf. ImAnfang des Jahrhunderts war eine Bankeommission inlaufender Rechnung zu einem halben Proccnt ein ganz ge-wöhnlicher Ansatz. Hier und da existirt wol noch ein altesehrwürdiges Bankhaus, welches von einer alten bemoostenund wahrscheinlich etwas verzopften Kundschaft ein halbesProcent auf jeden Umsatz bezieht. Aber solche Kunden sindvierblätterige Kleeblätter, oder was nicht selten, aber schlim-mer ist, gefährliche Kunden. Diesen Satz zahlt heute nurnoch eine Creditopcration über See, und zwar kaum nachAmerika ; sie muß schon bis Batavia oder Hongkong reichen.Heute ist Procent schon hohe Berechnung, '/« Procentviel häufiger, 1 per Mille nicht selten, und es gibt sogareine beträchtliche Zahl von Bankgeschäften, welche in gewissenOperationen umsonst bedienen, weil sie sich mit allerhandkleinen Abfällen Genüge sein lassen. Daraus entnehme man,mit welcher verzehrenden Geschwindigkeit sie zu arbeiten an-gewiesen sind.

Wer also einen wesentlichen Theil seines Bcrüfs in dieDiscontirung von Wechseln verlegt, der muß ebenso daraufbedacht sein, dieselben jederzeit wieder versilbern zu können;dies Wiederversilbern nennt man Nediscontiren. AlleGeschäftsleute, welche den Geldvcrkehr der Welt vermitteln,schließen und beginnen ihr Tagewerk mit dem Blick in dieWechselbrieftasche, aus der allein sie die Einsicht schöpfen,