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Kriegsfälle wenn nicht in Baar , doch in laufendenWechseln aufs Ausland*) bewahren.
Dieser Ausspruch liefert einen Beleg mehr für die An-nahme, daß der laufende Wechsel, der sogenannte Dis-conto, als die Grundform der Veranlagung in allen den-jenigen Fällen angesehen wird, in welchen das Gebot, Zins-verluste zu vermeiden, mit dem Gebot, stets bereite Mittelzur Hand zu haben, zusammentrifft. Dies Gebot bestehtaber für die meisten großen Geschäfte, besonders jedoch fürdas Bankgeschäft, welches unaufhörlich berufen ist, Geld-dienste zu leisten und darum auch Gclddicnstc in Anspruchzu nehmen — es sei denn, daß es in sich selbst Hülfsquellenan stets zufließenden Baarmitteln besitze, ergiebig genug,um allen Anforderungen zu genügen. Es springt aber indie Augen, daß einzelne Firmen und selbst größere Kapital-geschäfte nicht leicht über so unbegrenzte Mittel verfügen,und wenn sie es thun, dieselben nicht vcrurtheilen werden,vorkommendenfalls unfruchtbar aus den Bedarf des Publi-kums zu warten. Es gibt Wcltfirmcn, wie namentlich dieNothschild'schcn Häuser, welche jahraus jahrein in den meistenZeiten Disconto nehmen und nie Disconto geben; aber auchsie betreiben jenes Geschäft nur beiläufig, dienen den Be-dürfnissen des Geldmarktes lediglich nach persönlichen Rück-sichten und können ihm niemals das genügende Maß vonVerläßlichkeit bieten. Das Gleiche gilt von allen großenBankgeschäften auf Actien.
Nun aber bedarf, wie wir gesehen haben, in der Kette
*) Aufs Ausland, um nicht in kritischen Zeiten dem inländischenBaarbediirfniß Concnrrenz zn machen.