Druckschrift 
Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

Köpfen unerfahrener Theoretiker oder auf den Lippen gleis-nerischer Dcclamatorcn noch so moralisch ausnchmcn.

Wir mußten diese englische Bankordnung hier vergleichs-weise zum raschen Gang unserer Auseinandersetzung etwasumständlich behandeln, weil sie in allen Erörterungen undStreitigkeiten über die Bankfragc immer und immer wieder-kehrt. Da die Absicht gegenwärtiger Schrift einzig daraufgerichtet ist, solche Erörterungen dem Urtheil des Laien zuerschließen, indem sie ihn mit deren Voraussetzungen bekanntmacht, so durfte diese Darlegung nicht fehlen. Auf Schrittund Tritt hätte ohne eine solche der, welcher an derHand unserer Erklärung dem Gang öffentlicher Verhand-lungen folgen wollte, eine jedes Verständniß abbrechendeLücke empfunden.

Auf der andern Seite, da es sich hier weder darum han-delt ein Lehrbuch, noch eine Streitschrift zu liefern, so kannnicht in alle die feinern Controversen eingetreten werden,welche die englische Methode seit den dreißig Jahren ihresBestehens umrankt haben. Wird doch vielfach behauptet,sie habe sich in der Meinung der Engländer selbst über-lebt! Eine Ansicht, welche mit gerechten Zweifeln aufzu-nehmen sein möchte.

Nur einen Haupteinwand dürfen wir nicht mit Still-schweigen übergehen; erstens weil er immer im Vordergrundaller Besprechungen aufstößt, und zweitens weil er seineKraft aus einer Thatsache schöpft, die selbst eine nothwen-dige Ergänzung zu jener englischen Methode, einen wesent-lichen Bestandtheil zu ihrer ganzen Maschinerie liefert.Nämlich jenes drakonische Gesetz, welches mit unnachsicht-licher Strenge das Maximum der ungedeckten Noten vor-