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wer den Verlust in solchem Falle zu tragen habe? Ver-gesse man nicht, daß wir allezeit von der Voraussetzungeiner großen, das Land versorgenden, vom Staat beauf-sichtigten, ihren Gewinn mit dem Staate theilenden Landcs-bank reden, dem Mittelpunkte der gesummten Gcldbewc-gung einer Staatsbevölkcrung. Jeder wird jahraus jahreindiese Zettel ohne Besinnen, ja ohne sich etwas Besonderesdabei zu denken, als Geld annehmen; ja es muß so sein,soll die Bank ihrer Bestimmung entsprechen. Und nun wäredas Gemeinwesen, unter dessen Augen, mit dessen Sanctionein solcher Verkehr sich vielleicht ein Menschenaltcr lang ein-gebürgert hätte, grausam genug, zu sagen: Wer in einemgegebenen Momente gerade den Schein in der Hand hat,der verliert ihn, wer keinen besitzt, ist der Glückliche! Undwelch ein Sturm würde in einem solchen Moment losbrechen;wie würden Tausende rasch noch den letzten und vorletztenbenutzen wollen, um dem Nachbar das in nichts zerfließendePapier aufzuhängen! Wie viel unbegründete panische Schreckenwürde die Möglichkeit einer solchen Gefahr hervorrufen!Allerdings ging es so mit der französischen Assignatenwirth-schaft und mit den Noten mancher amerikanischer Banken, aberdas mußte auch so sein bei der ihnen zu Grunde liegendenMiswirthschast. Denn Staatspapicrgeld ist von Banknotenso verschieden wie von Metallgeld, es ist weder durch ein-gehende Forderungen, noch durch Baardecknng verbürgt, unddas System der „freien Banken" (trsv LnnllinZ), wie eseine Zeit lang in Amerika gegolten und noch von einigenverherrlicht wird, ist noch gefährlicher als das System desStaatspapicrgeldes.
Zu den hier angestellten Betrachtungen kommt aber noch