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wie die Gemeinwesen mit ausschließlichem Metallumlauf nichtvor Handelskrisen bewahrt sind, so gut und noch gewisserist kein Staat, auch mit dem ängstlichsten Geld- und Bank-system, davor bewahrt, daß er zum Papier und zu mindersoliden Mitteln greifen muß, wenn es ihm einmal schlechtgeht. Und es ist ein Glück, daß ihm diese Nothbehelfebleiben, um schwere Zeiten zu überstehen und bessere wiederzu erleben. Wenn ein Staat aus Finanzverlcgenheit seinenationale Wehrkraft in einem unglücklichen Kriege vollendsmüßte aufreiben lassen, um nicht der Schulfuchserei dervollen Baardeckung untreu zu werden, wer bliebe übrig, umsich dieser schönen Principicntrcue zu freuen? Nein! wirsagen nicht: „Lieber sollen die Colonien zu Grunde gehenals ein Princip", sondern mit der Weisheit des Sprich-wortes: „Es gibt mehr Leder als Leben!" Hätten die nörd-lichen Staaten Amerikas besser gethan, sich vom sklavcn-haltenden Süden schlagen zu lassen, als in der Noth Papier-geld zu machen, und zwar in rücksichtsloser Masse? Jetzthaben sie Zeit und Gelegenheit, es abzuverdienen, es einzu-ziehen. Hätten sie sich dort schlagen lassen, so könnte ihnenauch das schönste blanke Geld nicht mehr helfen.
Endlich nicht zu vergessen: jener Freistaat Hamburg , dasIdeal der „Nichts-als-Metall-Esser", er mußte 1857 mitseiner Staatsbürgschaft einspringen für Schulden, die ihngar nichts angingen!
Gibt es aber Zeiten, in denen ein Land sogar vollausgerechtfertigt ist, zum allerunsolidesten Creditmittel, zumPapiergeld zu greisen, wie viel mehr zur Benutzung derBanknotenpresse; denn das ist der mächtige und bei ober-flächlichem Reden gemeinhin übersehene Unterschied zwischen