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dem Papiergeld und der Banknote: mit dem Papiergeldmacht der Staat Ausgaben, mit den Noten macht dieBank einen Vorschuß. Es ist ganz der Unterschied, wiezwischen 1000 Thlrn., für die ich ein Feuerwerk abbrennenlasse, und 1000 Thlrn., die ich auf Hypotheken aus-leihe. Diese kommen wieder, jene kommen nicht wieder.Allerdings, wenn die Bank — wie dies in solchem Fallegeschieht — einen Theil ihrer Noten dem Staate leiht, dersie für Pulver verausgabt, so kommen sie diesem ihremSchuldner auch nicht zurück (wenigstens nicht direct), und siehat insofern eine unsolide Anlage gemacht, wodurch sie inentsprechendem Verhältniß selbst unsolid wird. Allein immer-hin erzeugt diese Art zu operiren ein viel besseres Papier,als die directc Ausgabe von Staatsnoten. Denn eine Bank,welche Staatsgläubigerin ist, weiß viel wirksamer für denEingang ihrer Forderung und das richtige Maßhalten imBorgen zu sorgen, als das Publikum, welches direct Staats-gläubiger wird, indem es vom Staat gezwungenermaßenNoten an Zahlung nimmt. Die großen Banken, welcheihren Staaten in Zeiten der Noth große Vorschüsse gemacht,haben sich schließlich immer auf eine oder die andere Artwieder zu ihrem Rechte vcrholfen. Auch das spricht zuGunsten des Privatkapitals.
Keinesfalls kann aus dem Umstände, daß einzelne großeBanken ihre Baarzahlungen zeitweise gesperrt haben, umihrem Staat mit einer größcrn Masse ungedeckter Bank-noten zu Hülfe zu kommen, irgendein Schluß gemachtwerden auf die Mangelhaftigkeit eines Banksystems mitungedeckten Noten. Der letzte Krieg hat den schlagendstenBeleg dafür geliefert, daß derartige Vorkommnisse mit dem