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I. KAPITKIi.
bestimmt, je schmäler jener ist, desto weniger Ranm istzur Entwicklung vielgestaltiger Figuren vorhanden, unddesto öfter kehrt das Muster wieder, desto grösser ist aberauch, was quantitative Leistung anbetrifft, die Überlegen-heit der Maschine über die Hand.
Der Pantograpli oder Storchschnabel dient dazu, den imMittelgestell hängenden Rahmen und damit den Stickhodennach oben und unten, rechts und links zu bewegen und sozu ermöglichen, dass die nach diesen Seiten hin unverschieb-baren Nadeln jedesmal an einer anderen Stelle einstechen.Auf der Musterzeiclmung ist jeder Stich, der gemacht werdenmuss, eingezeichnet. Diesem fährt nun der Sticker, bevorer einen neuen Stich macht, mit dem Stifte des Pantographennach, wobei die Bewegung, um eine recht genaue Arbeit zuerhalten, in sechsfach verkleinerter Weise auf den Stick-boden übertragen wird.
Unentbehrlich bei jeder gut ausgerüsteten Maschinesind der Feston -, der Loch - und der Stüpfelapparat. DerFestonapparat dient zum Einfassen der Stickerei, sozusagenzum Säumen; den Loch- und Stüpfelapparat gebraucht manbei der Hohlstickerei, der Lochapparat dient zum Lochen,während der Stüpfelapparat die Löcher, nachdem sie um-stickt sind, gleichmässig rundet. Alle drei Apparate lindenihre Befestigung an dem Lineal und erfüllen Funktionen, diein den ersten Jahren der Maschinenstickerei der Handoblagen.
Das Sticken selbst geht, nachdem der Stoff auf denRahmen gespannt und die eingefädelten Nadeln in dieKluppen eingesetzt sind, in folgender Weise vor sich. DerSticker 1 befindet sich in halb sitzender, halb stehenderStellung auf einem Schemel vor dem Musterblatt zur Linkender Maschine. Indem er mit der rechten Hand die dortangebrachte Kurbel dreht, bewegt sich der Wagen der einenSeite gegen den Stickboden und stösst die Nadeln bis zu
1 Die Maschinen werden fast ausnahmslos von Männern getrieben,1887 z. B. waren es nur 1,7 °/o, die von Frauen bewegt wurden. Vergl,Quellenangab. No, 13, XV, Jahrg, S, 38,