beiden Quellen ihren Unterhalt. Wer von Buchs rhein-abwärts wandert, der wird kaum glauben, dass in den vonwahren Obstbaumwäldern umgebenen Dörfern diesseits undjenseits des Stroms — auf St. Gallischem wie Vorarlbergi-schem Gebiet — die Stickmaschine eine so grosse Rollespielt, und jeder, der die fruchtbaren Gegenden des KantonsThurgau sieht, wird alles andere dort vermuten als eineHausindustrie von der Beschaffenheit der unseren. Im Südenund dem inneren Südwesten des Gebiets freilich ist die Ver-bindung von Bauern und Industriearbeitern weniger über-raschend. In den rauhen Distrikten Appenzells, Ober- undNeutoggenburgs, in deren höchsten Teilen kaum die Kar-toffel kümmerlich gedeiht, treibt man lediglich die da obenallein noch rationelle Viehzucht, so dass der Bodenbesitz nuraus Wiesen besteht. Einmal nehmen da die Besorgung desViehs und die Grasernte den Bauern wenig in Anspruch,vor allem aber ist dort, wo bei kärglichem Erwerb eineMenge Bedürfnisse nicht durch die Eigenproduktion gedecktwerden können, das Verlangen durch einen industriellenNebenverdienst mehr Geld ins Haus zu bekommen, sehrnatürlich.
Welche Gründe begünstigen den landwirtschaftlichenBesitz, wie gross und welcher Art ist er, und wie wirktdie Industrie auf seine Ausdehnung ein? Das sind die Fragen,die sich unwillkürlich aufdrängen. Wir beantworten sie amgenausten, wenn wir die einzelnen Landstriche gesondertdaraufhin betrachten, da diese Verhältnisse nach der ört-lichen Lage verschieden sind. Mehrere der Ursachen, diedie Nebenbeschäftigung mit der Landwirtschaft förderten,sind allerdings allenthalben wirksam gewesen. Hierher ge-hören einmal die durch geringere Nachfrage verminderteProduktion im Sommer, ferner die seiner Zeit vom Central-verband dekretierte Beschränkung der täglichen Arbeitszeitauf 11 Stunden und endlich die Art und Form des Haus-halts der in Frage kommenden Bevölkerungsschicht.
Was den ersten Punkt anlangt, so zeigt die vom ameri-kanischen Konsulat quartalweise herausgegebene Ausfuhr-statistik während der letzten 10 Jahre, dass in den Mo-