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VIII. KAPITEI).
der Fergger zu wiederholten Auflehnungen gegen den Ver-band, die freilich schliesslich alle, wenn auch immer erstnach heftigem Kampf, damit endeten, dass der Verbandzufolge der energischen Leitung, deren er sich in der Personseines ersten Präsidenten erfreute, Sieger blieb.
Eine fernere Gefahr für den Bestand des Verbandswaren wiederholt diejenigen Firmen, die ihm nicht beige-treten oder wieder ausgetreten waren. Indem diese Kauf-häuser Maschinenbesitzer desVerbands zu bestimmen wussten,für sie unter Umgehung der Vorschriften über den Verbands-verkehr und den Minimallohn zu arbeiten, konnten sie umein Bedeutendes billiger liefern als die Verbandsfirmen. Dieseerklärten ihrerseits, wenn es nicht gelänge, die drückendeKonkurrenz lahm zu legen, aus dem Verband austretenzu müssen. Man wusste sich nicht anders zu helfen, alsdie „wilden“ Firmen zu boykottieren. Freilich war derBoykott eigentlich nicht vom Verband, sondern von denKaufleuten ausgesprochen, aber doch nur eben wegen desVerbandes, der an dem Ausgang äusserst interessiert war.Gelang die Sperre nicht, so stand das grosse, eben erstmühsam aufgebaute Werk vor dem Zusammenbruch. Abersie gelang, wenigstens die beiden ersten Male 1887 und 1890.Sie war allerdings auch grossartig und mit ganz gewaltigenHiilfsmitteln inszeniert. Bleicher, Senger, Appreteure, Stoff-und Garnhändler, Zeichner und Schreiner versagten ihreDienste, die Banken verschlossen ihren Kredit, die ganzeöffentliche Meinung erklärte sich gegen die Boykottierten.Es blieb diesen nichts weiter übrig, wenn anders sie ihrGeschäft nicht binnen kurzem dem Ruin zuführen wollten,als ihren Beitritt zum Verband zu erklären.
Eine weitere Beunruhigung im Verbände bildete Vorarl-berg. Die dortigen Sticker fühlten sich stets, teils berech-tigter, teils unberechtigter Weise, den Schweizer Arbeiterngegenüber zurückgesetzt. Sie glaubten daher wohl auchnicht stark verpflichtet zu sein, sich durch genaue Erfüllungder Verbandsvorschriften auszuzeichnen. Die Gefahr einerfortwährenden Verletzung der Gesetze war um so grösser,als der bedeutendste Vorarlberger Exporteur selbst einer