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Die Entstehung des Agrarschutzes in England : ein Versuch / von Richard Faber
Entstehung
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DIE NACH DER MAGNA CARTA ERLAUBTEN ZÖLLE.

habeant salvum et securum exire de Anglia et venire in An-gliam et morari et ire per Angliam tarn per terram quamper aquam ad emendum et vendendurn, sine omnibus malistoltis, per antiquas et rectas consuetudines, praeterquam intempore guerrae, et si sint de terra contra nos guerrina; etsi tales inveniantur in terra nostra in principio guerrae, atta-chientur sine dampno corporum et rerum, donec sciatur a nobisvel capitali justiciario nostro quomodo mercatores terrae nostraetractentur, qui tune invenientur in terra contra nos guerrina;et si nostri salvi sint ibi, alii salvi sint in terra nostra. In denfolgenden Bestätigungen der Magna Carta durch Heinrich III. und Eduard I. ist die Stelle wörtlich gleichlautend mitder Ausnahme, dass sich hinter den Eingangsworten Omnesmercatores eingeschaltet findet: nisi publice ante prohibififuerint.

Unter den antiquae et rectae consuetudines, zu denen dieKaufleute zugelassen werden sollen, sind die herkömmlichenZölle zu verstehen, die nach dem Gesetz vom 4. Juni 1204 inder angegebenen Weise erhoben wurden. Unter der mala tolta,von der die Kaufleute befreit bleiben sollen, ist dagegen zuverstehen der ausserordentliche Zoll, den die Krone in Zeitengrosser Verlegenheit von den Hauptstapelgütern, die aus demKönigreich ausgeführt wurden, erhob und der mitunter Vfi,1/4 ja selbst i/s des Bruttowerthes (bei der Wolle als Regel40 s. per Sack oder Last) betrug.

Im Jahre 1275 wurde indess ein neues Zollgesetz mit demParlamente vereinbart. Der darin festgesetzte Zoll betrug vonjedem Sack Wolle oder von je 300 Wollfellen eine halbe Markund von jeder Last Leder eine Mark und wurde bei der Aus-fuhr dieser Waaren erhoben. Derselbe gehörte, da er vomParlamente bewilligt war, zu den Zöllen, zu deren Erhebungdie Krone nach der Magna Carta berechtigt war, und wurdespäter mit dem Namen Antiqua oder Magna Custuma be-zeichnet.

Allein nach den Fesseln in der Steuererhebung, welchedie Confirmatio Cartarum Eduard I. auferlegt hatte, suchte ersich durch Sonderabkommen mit den Kaufleuten höhere Zoll-einnahmen zu verschaffen.