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und Würde belohnt werden. Eine Version, die aus Madrid stammt,behauptet sogar, Mercier habe sich früher gerühmt, die hohen-zolleru'sche Candidatur aufgcthan zu haben, um die orleauistische ausdem Felde zu drängen. Bezeichnend bleibt jedenfalls neben derunverminderten Gunst Mereiers das kaum berührte, ja rasch er-höhte herzliche Einvernehmen zwischen Paris und Madrid . Fernersteht fest: Prim hatte ausdrücklich lange vorher eine» Candidatenw petto als solchen öffentlich proclamirt, und wer wollte glauben,daß weder der Botschafter, noch sein Kaiser, noch die mit diesemvertraute und mit nichts anderem beschäftigte Jsabella, noch deritalienische Hof, welcher am meisten in dieser Thronspeculationmachte, sie nie ganz aufgab, der auch durch seinen Gesandten wie-derum mit den Tuilerien eng zusammenhing — wer wollte glauben,daß alle diese Kreise, seit beinahe Monatsfrist officiell benachrichtigtvom Anzug eines weiteren Candidaten, nicht dessen Ngmen zu wissenbegehrt, nicht ihn ermittelt haben sollten? Mehr als das! Einfranzösischer Journalist, John Lemoinne, ohne besondere Verbindungund Stellung zu diplomatischen Kreisen, hatte uuumwunden denNamen Hohenzollern als die Lösung des Prim'schcn Geheimnissesausgesprochen, und zwar in einem Artikel auf der ersten Seite des„Journal des Debats " vom 17. Juni (Nr. 189), also dreiWochen vor der angeblichen urplötzlichen Entdeckung des Geheim-nisses durch das Cabinet Gramont. Das „Journal des Dsbats"ist kein Winkelblatt, dessen Mittheilungen unbemerkt vorübergehen,es hatte sogar von jeher die Specialität der spanischen Politik.Was Lemoinne wußte, konnte schon vorher für alle dynastischenund diplomatischen Interessen unmöglich ein Geheimniß sein, konntenoch viel weniger nachher eines für sie bleiben. Bedürfte dieseAnnahme noch eines ergänzenden Belegs, so'verdiente als solchereine nachträgliche Aussage beigebracht zu werden, welche in der