Münchener „Süddeutschen Presse" vom 6. August (Nr. 182) ver-öffentlicht wurde, uud deren von der Redaetion auf vertraulichemWege genannter Autor sich durchaus als ein verläßlicher und un-parteiischer Zeuge qualificirt. In einem Brief aus Madrid vom25. Juli erzählt dieser Berichterstatter zuerst genau den Hergangder Sache am 11. Juni, in der Sitzung, in welcher Prim denCandidateu in petto verkündete. Offen eingestanden waren dieverschiedenen Parteihoffnungen auf den Herzog von Genua , aufMontvensier, auf den König von Portugal . „Nachdem," sagtPrim, „alle diese Versuche fehlgeschlagen, wurde ich noch ein Malbeauftragt, einen König zu suchen, und ich fand einen vierten Kan-didaten. Die Herren Deputirten mögen mir erlauben, seinen Na-men nicht zu ucunen, weil es inoiseret wäre; es könnte Verwick-lungen erzeugen, und außerdem habe ich mein Wort gegeben, ihnnoch nicht zu nennen. Leider fanden sich zwei Mal die Beauf-tragten dieses Fürsten, die Spanien besuchten, durch ungünstigeUmstände beunruhigt, und in Folge dessen ist seine Kandidatur fürden Augenblick zurückgezogen. (Und das alles hätte der franzö-sischen Diplomatie nicht auf die Spur geholfen, während sie vondem vorausgegangenen Wechsel des Entschlusses bei Hoheuzolleruunterrichtet war!) Aber — setzte der Ministerpräsident hiuzu —ich werde die Unterhandlungen fortsetzen, und hege die Zuversicht!daß ich den Cortes in kurzein einen Kandidaten vorschlagen kann,der in seiner Person alle geforderten Eigenschaften vereinigt."„Allerdings" — fährt der Gewährsmann des Münchener Blattesfort — „nannte General Prim keinen Namen, doch was er beidieser Gelegenheit sagte, darüber war das Gerücht bereits lautgeuug, daß jeder, welchen die Angelegenheit interessirte, wußte, daßes sich um den Prinzen von Hohenzollern handelte, nnd in derThat nannten die Zeitungen den Namen einen oder zwei Tage
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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
Seite
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