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diesen Plan, und will mit der einzigen noch verfügbaren Armeesich westwärts ziehen. Ordre von Paris auf Metz zu marschiren.„Gewiß, der Kaiser konnte sich dieser Ordre wiedersetzen, aber erzog vor, den Entscheidungen der Regentschaft (!) keine Schwierig-keiten entgegenzustellen (er, das Haupt der Armee au Ort undStelle, iumitten der Marschälle, vor dem Feind; — in Paris :Palikao, Eugenie und — der Boulevard), deuu er hatte sich be-schieden, die Folgen des Verhängnisses über sich ergehen zu lassen,welche sich an alle Beschlüsse des Gouvernements hefteten." Undnachdem er Sedan geschildert, bricht er in den Ausruf aus: „Ja,das waren die Folgen eines von Paris aus im Widerspruch gegeudie ersten Anfangsgründe der Kriegskunst uns auferlegten Planes!"Hier ist keine unehrliche Ausflucht, denn welch' beschämenderes Be-kenntniß könnte ein Regent machen, als daß er sich von einemWeib und einigen Höslingen nach den Bedürfnissen der Boulevards-eindrücke dirigiren ließ! Und am Ende hat er so jede Selbstbe-stimmung, jedes Gefühl der Würde und Macht eingebüßt, daß ersich zu der thörichten Versicherung herbeiläßt: „Er habe sich ergeben,weil nach der Behauptung der Presse (!) der Feind sich damitbefriedigt erklären mußte". Also nicht sein Urtheil, sondern diePresse — und welche Presse! — hat ihm das erzählt. Nein,dieser Mann war nur noch ein Schattenbild, als er in den Kriegzog; wie der Feldzugsplau, war der Feldzug ihm von Weibern,Advocaten, Abenteurern, Maulheldeu aufgeschwatzt worden. SieAlle, ihn einbegriffen, hatten von lange her nur nach derselbenMethode regiert. Bei jeder Thatsache war die erste Frage: wie wirdsie sich morgen im „Moniteur" ausnehmen, oder vielmehr: wiemüssen wir sie aufstutzen, damit sie sich im „Moniteur" gut aus-nehme? In solcher Geistesverfassung befand sich der Kaiser alser sich bereden ließ, zur Wunderem des Plebiscits zurückzugreifen,