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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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UM die alten Knochen zu verjüngen. Nachdem es gelungen, fiel ererst recht den Quacksalbern in die Hände, er, der schon in bessernZeiten an die Schwarzkunst des Geistersehers Home thatsächlich ge-glaubt hatte.

Solcher Weise ist der Schuldigste in der That vielleicht derwenigst Schuldige. Nicht als wäre er auch in seinen hellsten Zeitenje um ein Haar zu gewissenhaft gewesen, ein Verbrechen zu be-gehen, wenn es mit Gewißheit seinen Zwecken zu dienen versprach,sondern weil, so lange Wille und Einsicht ihm zu Gebote standen, erstets die halsbrechende Seite des Unternehmens wahrgenommenhatte. Er könnte,-wie alle, welche im Laufe des Kriegs in ersterReihe uns gegenüber treten, sich auf zahlreiche öffentliche Erklä-rungen berufen, die seine richtige Beurtheilung der Sache ausweisen.Gleich bei Gelegenheit des italienischen Feldzugs von 1859 ließ erimMoniteur" erklären, daß er der Einheit Deutschlands nichtminder hold sei als der Italiens eine Aeußerung, die ihm vonden Gegnern unserer Nation später oft genug vorgehalten wurde;im Jahr 1864 ließ er uns den dänischen Krieg machen und mußtesich dafür von der parlamentarischen Linken und von den frei-sinnigen Blättern die härtesten Zurechtweisungen gefallen lassen.In dem bekannten Schreiben Lavalette's vom 16. September 1866ließ er die Ansicht vertheidigen: daß die Ereignisse des SonimersFrankreich eher zum Vor- als zum Nachtheil gereichten, daß wirjetzt weniger Bevölkerung hätten als der deutsche Bund, und daßschon der erste Napoleon den großen Agglomerationen hold gewesensei. Es war freilich ein Vertheidigungsschreiben wegen der ihm von derOpposition unablässig vorgeworfenen und vielleicht auch von ihm be-reuten Nichtinterven?ion; aber umsomehr kann er sich darauf berufen,daß er dem Andringen von außen, welches die Einmischung in diedeutschen Angelegenheiten verlangte. Widerstand geleistet.

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