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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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der geschichtlichen Kritik dadurch die Verantwortlichkeit des Haupt-anstifters nicht ausgewischt werden. Nicht alle von der Linkenhatten, wie I. Favre, die Klage wegen des Jahres 1866 zurHauptgrundlage ihrer Angriffe gegen die Negierung geinacht; nichtalle hatten, wie Jules Ferry , in ihr Wahlprogramm die Feind-schaft gegen Preußen aufgenommen; die wenigsten gingen, wieGuyvt de Montpeyroux, bei der Hohenzolleru'schen Candidatur mitdem Ministerium. Doch alle unterzeichneten seiner Zeit das Wahl-manifest, in welchem Sadowa als das neue Watcrloo denuncirtwar, und die beiden Hauptagitatoren der bald folgenden Republikbegrüßten den Krieg mit Freuden, Gambetta nämlich und Ksratry.Der letztere war es, welcher die blödsinnige Zeitlingsente von BadensSprenggeschossen mit Wollust aufnahm, um daraus ein Piedestalfür seineu Patriotismus zu bauen; ihm verdanken wir jene denk-würdige Erklärung an Baden, welche auf eine solche kindische Er-findung sofort, ohne zu zaudern, amtlich die Schändung derFrauen und Töchter insinuirte. Und das einem Lande gegenüber,mit welchem Frankreich wie mit keinem andern hätte eng vertrautsein müssen, dem nächsten Grcnznachbar, dessen Dynastie, mit derkaiserlichen verwandt, noch dem entsprechende Beziehungen unterhielt;dessen Bevölkerung, wenn irgend eine, den Franzosen bekannt seinmußte, an Sanftmnth und Cultur aber ihres Gleichen sucht.

Wie Thiers und Favre, die beiden Friedensunterhändler, zuden Haupturhebern des Kriegs gehörten, so charakterisirten sich zweiFührer der nachmaligen Republik als dessen eifrigste Anhänger.Köratry leitete die barbarische Austreibung der Deutschen und Gam-betta ward der pateutirte Erfinder aller Gräuel und Barbareien,

dasselbe Thierische Haus zu zerstören, auf welches sie zehn Monate zuvor einenAngriff gemacht, grade wie sie auch die gegen den Schwarzwald gerichtetenPetroleumsvisionen an den Tuilerien und dem Stadthause verwirklichten.