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Diese Stelle umschrieb Girardin nun wie folgt: „Für Jeden, derlesen kann, bedeutet dieser Satz deutlich, daß die Fehler von 1866wieder gut gemacht werden sollen bei der ersten günstigen Gelegen-heit, die sich darbieten wird. Die Erhaltung des Friedens, jawvhl, aber mit Rückgabe unserer alten Grenzen von 1801, unserernatürlichen und nothwendigen Grenzen; ja wohl! mit der Theilungdes Rheins in zwei gleiche Hälften: den Germanen das rechte Ufer,den Galliern das linke Ufer, Jedem das Seinige!" So redete derMann, welcher auf der Liste stand, um am 15. August 1870 zurAnerkennung für seine dem Kaiserthum geleisteten Dienste in denSenat befördert zu werden, und welchem Olliviers Emporkommenzu einem beträchtlichen Theile zugeschrieben werden muß. Balddarauf brach der franco-belgische Eisenbahnstreit aus.
Nachdem das Manöver mit Luxemburg nur halb gelungenwar, wurde in verjüngtem Maßstabe etwas Aehuliches mit Belgien versucht, natürlich nicht, ohne daß hier wie dort gewisse Finanzhebelvon unten her die ersten Anstöße gegeben. Die belgische Kammerwar jedoch nicht geneigt, die französischen Machenschaften stumm ge-horsam einzuregistriren, und der darüber ausgebrochene Zornesanfallklagte, wie immer, Preußen als den geheimen Uebelthäter an. Dashalboffinelle „Pays" gab damals folgenden Erguß zum Besten,welcher' unter den Hunderttausenden seinesgleichen wohl als Musteraufbewahrt und namentlich jetzt wieder aufgefrischt zu werden ver-dient. „Zwanzig Jahre lang mußtet ihr geschlagen werden, o ihrSöhne der Besiegten von Jena, um endlich jenen Koloß zu er-schöpfen, welcher Frankreich benannt wird. Habt ihr denn vergessen,daß der vielhundertjährige Haß gegen England sich verwandelt hatin den Haß gegen Preußen ? 1815 und Waterloo tönen noch inunsern Ohren, und die Stunde der Rache wird mit Ungeduld er-wartet. Wir kennen ihn — den Weg, der zu Euch hinführt. Wie