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Segur rief ihm zu: „Das ist nicht zum Aushalten, Sie verletzendie patriotischen Jnstincte der Nation." Rouland, der Bankdireetor,und der Marschall Vaillant stimmten ein. Die kriegerische Diversionmißlang dennoch, und die Verstärkung der Opposition drängte diekaiserlichen Ultras noch einmal in den Hintergruud. JörömeDavid, der Führer der Hofjanitscharen, ein Mann von Ver-stand und Keckheit, früher erster Vicepräsident der Kammer, solange der Kaiser noch die Vorsitzenden ernannte, kam mit knapperNoth bei der Wahl an der fünften Stelle durch. SolcheErlebnisse und die Besetzung einer Menge von Stellen mit denFreunden und Günstlingen des Ministeriums Ollivier-Daru brachtenohne Zweifel die combinirte Partei Jsröme David und ElementDuvernois zum Entschluß, einen neuen Versuch uach der kriegerischenSeite zu machen. Man hat immer die Frage nach den Ursachendes Ausbruchs so gestellt: War die Dynastie dermaßen bedroht, daßihr gar keine andere Zuflucht blieb als dieser Sprung ins Dunkle?Die Frage, so gestellt, sucht die Antwort am falschen Orte. DieDynastie war noch so schlimm nicht bedroht, und Napoleon hattealle Aussicht, iu den Tuilerien zu sterben. Aber bedroht war derEinfluß und das Aemtermonopol der bisherigen Hospartei, seitdemdie Orleanistcn und Olliviers Freunde sich in die Stellen zu theilenanfingen. Man weiß, wie treu Letzterer sich an die beliebte Tra-dition anschloß.
Seine Umbra Mauriee Richard setzte er nach einander an dieSpitze verschiedener Ministerien, seine alten Cameraden zu Direc-toren ein, und den letzten Act seiner öffentlichen Laufbahn bezeich-nete er damit, daß er, zum Gelächter von Paris , am Tage vorseinem Sturz, noch fchnell seinen Zahnarzt mit der Ehrenlegionbedachte. So mancher jener schnell emporgeschossenen Günstlingehat die kurz gemessenen Augenblicke, da die Fluth ihn emporhob,