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Berlin heimkehrenden Soldaten. Man braucht nur zu sehen, wieder Pariser während der Belagerung für jeden Rattenschwanz, den erin irgendeiner Mayonnaise verzehrt, die Bewunderung von ganzEuropa auf sich zu ziehen überzeugt ist, um zu berechnen, daßdiese Bevölkerung in ihrer Siegesgewißheit sür den Krieg schwärmeumußte. Die Provincialstädte folgten Paris , und was der Bauerdenken soll, muß erst der Präfect ihm sagen. Schwerlich wolltendie stillen Provinzbewohner, noch weniger die Bauern, wirklich denKrieg, die letzteren schon nicht, weil sie damals noch allein dieBlutsteuer zahlten, wie sie noch immer den gräßlichsten Theil derKriegsleiden zu trageu haben. Obwohl man den Verkündigungender September-Regieruug mehr als denen der Kaiserlichen zu trauendurchaus keinen Grund hat, so könnte es doch wahr sein, daß diePräfecten, vor dem Krieg zu Rathe gezogen, nicht viel von kriege-, rischer Stimmung auf dem vlatteu Lande zu berichten hatten. Nurdas ist schwer glaublich, daß viele Präfecten den Muth gehabthaben sollten, ihrem Ministerium unerwünschte Antwort zu er-theilen. Die Telegramme aber, welche man in St. Cloud aufge-funden, sind wieder ein schlagender Beleg mehr zu dem ganzenVerhältniß zwischen Ursache und Wirkung. Wie immer die Prä-fecten vorher berichtet haben mochten, fowie der Krieg beschlosseneSache war, ertönten ihre Botschaften vom Wiederklang, welchender Pariser Jubel in der Provinz wachrief. Mag auch ein Theildieser Schilderungen von Augendienern eingegeben sein, vieles da-. von ist wahr; man braucht nur die Erzählungen der Provincial-blätter aus der zweiten Hälfte des Juli zu lesen, um festzustellen,daß in Bordeaux, Marseille und beinahe allen großen Städtentheilweise die Triumphprocessionen von Paris überboten wurden.Die Provinz hatte keinen Krieg gewollt, aber sowie Paris nur denImpuls des Kaisers, so hatte die Provinz nur den Impuls von