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gefügt, welches von einein der bekanntesten Pariser Schriftsteller, AlfredAssolant, herrührt. Auf Antrag des Bürgers Assolant also wurdein eiuer Generalversammlung seiner Landsleute (der aus deinCreuse-Departement Gebürtigen) folgende Adresse angenommen:„Siebenmalhunderttausend Deutsche, die man seit 1815 darauf dres-sirt hat, uns zu hassen und auszuspioniren, rücken über dieGrenze. Bei der Avantgarde marschiren als Plänkler 30,000 je-ner Spione, die wir unter dem Namen von Arbeitern, Handlungs-gehülfen oder Werkführern wie Brüder aufgenommen hatten. Heutenun dienen sie ihren Landsleuten als Führer. Rücken sie in eineStadt ein, sofort gehen sie, ohne sich zu besinnen, auf die Stellezu, wo man die Schlüssel aufbewahrt, zur Casse oder zum Keller.In den Dörfern wissen sie, wo die Vorräthe liegeil, wie viel Och-sen jeder besitzt, wie viel Schafe, Geflügel, wie viel Säcke Getreide.Will der Eigenthümer, arm oder reich, etwas davon für sich be-halten, so lassen sie ihm Prügel aufzählen, widersteht er, ihn er-schießen und sein Haus niederbrennen. Was die Frauen angeht,so möge Gott die, welche wir ehren, davor bewahren, daß sie jemit diesen Barbarenhorden zusammentreffen." Beiläufig fei zu letz-terer Anklage bemerkt, daß die doch nicht zaghafte Lügcnkunstunserer Feinde iin Laufe des ganzen Feldzuges nicht einen einzigenVorwand fand, um nur die Erdichtung eines solchen Exeesses dar-auf zu bauen. Ein Pariser Gelehrter, ein alter Herr, dessenHumor noch etwas vom 18. Jahrhundert an sich trägt, schreibtvielmehr in einem mir zu Gesicht gekommenen Brief vonseinein Landsitz in der Champagne an eine Freundin: er habeüber das Benehmen der Preußen keine Klage zu führen, alsdaß sie zur Kreuzung der Racen gar nichts beitragen wollten;da würden es die Franzosen in ähnlichein Fall doch besser ge-macht haben!