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tractirt wurde. Mit Mühe und Gefahr gerieth ick in Havre, womich wieder die Menge bedrohte, fährt Hr. W. fort, aufs Dampf-schiff nach London , wo ich endlich Athem schöpfte. Ich bedürftevieler Tage, ehe ich körperlich und geistig wieder zu mir kam. Ineiner Londoner Restauration, wo die Ausgetriebenen zusammen-kamen, traf ich eine Menge junger Leute, die kein Wort Deutsch konnten. Sie waren aber als Söhne von Deutschen dennoch fortge-schafft worden."
So weit die Erzählung W's., der am Schluß beinerkt, es seiihm noch durch die Protection seines Schwiegervaters verhältniß-mäßig gut gegangen; von seiner Frau habe er nichts mehr gehört.Er vermuthe, es schmachte noch mancher Deutsche in Pariser Ge-fängnissen.
Zu dieser Nachtseite des Pariser Volkscharaeters, von dessenSublimität wir jetzt so viel hören, möge ein ebenso authentischerZeuge wie der vorstehende das Gegenstück kölnischer Art liefern.Nichts vermag uns so schlagend über das Verhalten der Nationim ganzen Kriege aufzuklären als solche auf frischer That erfaßteund in voller Naivetät wiedergegebene Schilderungeu. Auch diesesErzählers Name beginnt zufällig mit einein W.
„Ich verließ Schanghai auf einem französischen DampfschiffAnfangs August, um nach Europa zurückzukehren. Als wir ab-fuhren, war noch nichts bekannt vom Ausbruch des Krieges. Dieersten Nachrichten erfuhren wir, als wir nach Saigon kamen. DieJubelausbrüche der au Bord befindlichen Franzosen waren unbe-schreiblich. Des Abends ward in Saigon selbst ein großer Ballzu Ehren des Ereignisses gegeben. Im Hauptsaale war ein Trans-parent angebracht, worauf in folgender Ordnung, mit Blumen um-kränzt, die Namen standen: