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Die Verteuerung, welche eingeführte Maschinen durch denZoll erfahren, hat vielfach dazu geführt Spezialmaschinen inDeutschland zu bauen, an denen viel Geld verloren wurde, bis esgelang der Kinderkrankheiten bei ihrer Fabrikation einigermafsenHerr zu werden. Der inländische Absatz lohnt aber schliefsliehhäufig die aufgewaudten grofseu Kosten nicht. Unter der Herr-schaft des Freihandels würde man statt dessen solche Maschinenaus dem Ausland bezogen und diesem dafür Maschinen gesandthaben, die der deutsche Maschinenbau besser und wirtschaftlicherherzustellen vermag. Gerade die Massenherstellung ein und der-selben Maschine, die sich dadurch überaus billig produzieren läfst,wird durch das Schutzzollsystem verhindert, das einmal die natür-lichen Absatzgebiete durch Zollschranken einengt, andererseits iuden Schutzzolläudern die Produktionskosten in die Höhe treibt.
Die künstliche Züchtung der Feinspinnerei iu Deutschland,wo die klimatischen Bedingungen dafür fehlen, sie demnach stetsteurer produzieren wird, als beispielsweise in Grofs-Britaunien undIrland, ist bereits S. 28 erwähnt.
Nicht selten wird durch Industriezölle aber auch eine Fabri-kation in Deutschland noch künstlich erhalten, die, da sie nurniedrige Arbeiterlöhne verträgt, zweckmäfsig allein iu wirtschaftlichweniger entwickelten Ländern mit niedrigen Löhnen und billigererLebenshaltung zu betreiben ist, wie z. B. die Handschuhnäherei.Die iu einer solchen Industrie Beschäftigten würden besser zu einerhöher gelohnten Arbeit übergeführt werden, was in Deutschland, wo die Nachfrage nach weiblichen Arbeitskräften fast ständig dasAngebot überwiegt, nicht schwer halten würde.
Die Wäschefabrikatiou wiederum, die auf den Export ange-wiesen ist und die feinen irischen Leinen nicht entbehren kann,wird in ihrer Ertragsfähigkeit beeinträchtigt, was natürlich auchwieder auf die darin gezahlten Löhne nachteilig einwirkt.