ir.
Die Schutzzölle und die industrielle Entwicklung-.
Es liegt nahe, den grofsen Industrieaufschwung Deutschlands in den letzten Jahrzehnten der Schutzzollpolitik zuzuschreiben.Das wird auch von ihren Anhängern behauptet, die insbesonderedie Entwicklung der Grofseisenindustrie darauf zuriickführeu. Vor1879 soll die deutsche Eisenindustrie dicht am Eingehen gewesen,erst durch den Schutzzoll lebensfähig geworden sein. Diese Be-hauptung hält einer eingehenden Betrachtung nicht Stand. Aller-dings lag Ende der 70 er Jahre vorigen Jahrhunderts die deutscheEisenindustrie darnieder, weil der innere Bedarf, der auf Roheisenumgerechnet 1873 2 954 000 t betragen hatte, bis auf 1 520 000 t,also auf ungefähr die Hälfte in 1879 zurückgegangen war, trotz-dem die Bevölkerung währenddessen um 2 2 / 3 Millionen gestiegenwar. Gleichzeitig war aber der Roheisen-Bedarf für die Eisen-ausfuhr von 421000 t auf 1 350 000 t gestiegen. Deutschlands Eisenbilauz hatte sich demnach von 1873 auf 1879 um 1 253 000 tgebessert. Auf Roheisen umgerechnet war sie 1879 bereits mit706 000 t aktiv. Deutschland war also schon damals ein ganzüberwiegendes Eisenausfuhrland. Nur in Giefsereiroheisen war esvon England und Schottland abhängig. 1873 wurde noch 77,4 v. H.,1878 noch 69,7 v. H. des deutschen Bedarfs von dort gedeckt.
Die Produktion der deutschen Hochöfen stieg nun von 2 227 000 tin 1879 auf 3 687 000 t in 1885, zeigte im nächsten Jahr einenkleinen Rückgang, um bereits 1887 die vierte Million t zu über-schreiten und hob sich von nun an ständig bis 1900 auf 8,52