IV.
Die Schädigung- der Volksgesundheit durch dieLebensmittelzölle.
Die Höhe der Belastung des Haushaltungsbudgets durch dieSchutzzollpolitik ist nicht mit Sicherheit festzustellen. Nachziemlich sorgfältigen Erhebungen über den Verbrauch von Brotund Mehl in zahlreichen Arbeiterfamilien nimmt man an, dafsjede Mark Getreidezoll pro Kopf der Bevölkerung durchschnittlicheine Belastung von 1,80—1,85 JL ausmacht. So hoch wird sieselbst von agrarischer Seite — Professor Sering, Berlin — be-rechnet. Das macht bei dem Zoll von 5,— JL pro 100 kg Roggenund 5,50 JL für Weizen auf den Kopf ungefähr 9,50—10 Jl, fürdie fünfköpfige Familie rund 47,50—50 JL aus. Nach dem Ge-samtverbrauch von Getreide nach Abzug der Aussaat würde ersich freilich noch höher stellen, da ein Teil des Getreides zurViehfütterung und zu gewerblichen Zwecken — Branntwein-brennerei, Bierbrauerei usw. — verwandt wird, was indirekt auchden menschlichen Konsum zugute kommt. Die Belastung durchden Getreidezoll wirkt nun aufserordentlieh verschieden, je nachdem Einkommen der Arbeiterfamilie und je nach der Zahl dernicht erwerbsfähigen Kinder; er ist demnach das Ideal einerSteuer, wie sie nicht sein soll, denn sie belastet am meisten die,die es am wenigsten vertragen können.
Zu der Brotsteuer tritt aber auch noch die Verteuerung deranderen Lebensbedürfnisse, zunächst die Vieh- und Fleischzölle.Nach amtlichen Schätzungen beträgt der durchschnittliche Fleisch-