zendsten Perioden nur die Gütervermehrung einzelner Zweige, nichtaber die gesammte Gütererzeugung wesentlich über das Niveaunormaler Jahre steigern können, so fragt sich sehr, ob die oben ge-schilderte enorme Ungleichmässigkeit und Verschiebung in den ge-wohnten Einnahme- und Ausgabeverhältnissen, nicht schon an undfür sich, vom socialen wie ökonomischen Standpunkt aus, jene Vor-theile ausgleicht und den Zustand ruhiger Entwickelung, bei Mittel-preisen, als den vortheilhafteren erscheinen lässt. Will man aberdies auch nicht zugestehen, (und ein statistischer Beweis ist bei derungleichartigen Natur der hier gegeneinander abzuwiegenden Vor-theile und Nachtheile nicht zu führen, seihst wenn alle Daten zuGebote ständen) so treten noch fernere Nachtheile der Spekulations-perioden oder Hausse-Krisen hervor, die unbedingt den Ausschlagzu Ungunsten ihrer relativen wirtschaftlichen Fruchtbarkeit gehenwerden.
Das Steigen des Keichthums der Nationen hängt nicht bloss vonder Summe, sondern auch von der Natur der erzeugten und ver-brauchten Werte ah. Ob man für eine Million Tabak oder Maschi-nen baut, macht zunächst keinen Unterschied vom Standpunkt derWertherzeugung. Allein der erste Werth, der Tabak, verschwindetspurlos in unproduktiver Consumtion, der andere, die Maschinen,bleibt als fruchtbringendes Capital bestehen und tritt den reproductivenWerten der Nation hinzu. Nun characterisirt sich aber jede Spe-kulationsperiode, und so auch die letzte, mit ihren ausserordentlichenGewinnsteigerungen und Verschiebungen der bisherigen Einnahme-Verhältnisse, durch eine erschreckende Zunahme des unpro-ductiven, des rein luxuriösen Verzehrs. Während die inihren Lebensverhältnissen durch Steigen der Mieten, der Lehens-mittelpreise u. s. w. empfindlich getroffenen Beamten, Pensionäre,und überhaupt alle Klassen, die nicht ihre Einnahmen, sondern nurdie Ausgaben gesteigert sahen, sich aufs Kümmerlichste einschränkenmussten, entwickelte sich von Seiten der durch gestiegenen Arbeits-verdienst oder durch das Börsenspiel plötzlich in glänzende LageVersetzten, der tollste Luxus und die leichtsinnigste Verschwendung.Die in solchen Perioden hervortretende Unterstützung der Künstebildet den einzigen Lichtblick in diesem Gemälde, der indess gegendie überwiegenden Schattenseiten ganz verschwindet und der Kunstseihst keine dauernde Stütze bietet. Dieser Luxus, insbesondere inseiner Concentration in Residenzen und Börsenplätzen, erzeugt dannden äusseren Anschein der Prosperität, während er nur die gleiss-