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schäftigt, ein kleiner Tlieil sogar müssig sein. Allein in normalenZeiten, wie wir sie Eingangs geschildert, ist Jeder, mit Ausnahmeder chronischen Müssiggänger, die überhaupt niemals arbeiten, vollbeschäftigt. Die hinzutretende Hausse-Strömung kann also auch durchdie höchsten Löhne die eigentliche Zahl der Arbeiter nur unwesent-lich, etwa durch Herbeiziehen aus anderen Ländern, vermehren.Ja durch den Uehergang zum Spiel, zur Agiotage u. s. w. wirdsogar, von den Capitalien ganz abgesehen, manche tüchtige Kraftdem reellen Geschäft noch entzogen. Und was die Arbeitszeit be-trifft, so pflegt hei den ungebildeten Klassen, insbesondere seit Ein-tritt der neueren socialen Bewegungen, der ungewöhnlich hohe Ver-dienst vielfach nicht die Neigung zur ferneren Steigerung desselben,also Verlängerung der Arbeitszeit, sondern die Neigung zu Genussund Müssiggang , also Verkürzung der Arbeitszeit im Gefolge zuhaben. Der erhöhten Productionskraft der Capitalien tritt eine ver-minderte Produktionskraft der Arbeiter entgegen, die erst in Abzuggebracht werden muss, ehe in dem Ge sammtresultat ein Plushervortreten kann. So hat sich thatsächlich in den letzten, soge-nannten glänzenden Jahren, in ganzen Gewerbszweigen, die von derSpekulation erfasst wurden, insbesondere auch in dem hochwichtigenHandwerkerstand, das Arbeitsquantum im Verhältniss zur Arbeiter-zahl, in unmittelbarer Folge der ungewöhnlich gestiegenen Löhne,vermindert, statt vermehrt und überdiess die Arbeitsleistung ver-schlechtert. Mögen diese Erscheinungen auf den übrigen Arbeits-gebieten schwächer hervortreten, mag in der That das Arbeitsquan-tum, und somit die absolute Wertherzeugung in den Jahren von1871 bis 1873 nicht unwesentlich gestiegen sein, immerhin hat diesnicht annähernd in dem Grade stattgefunden, wie gemeinhinangenommen zu werden pflegt, so dass die bedeutend gestiegeneConsumtion zu den bedeutendsten Steigerungen der Einfuhren vomAusland ihre Zuflucht nehmen musste. Denn man übersieht dabeivor Allem den gewichtigen Umstand, wie der vermehrten Güter-erzeugung in den von der Spekulation erfassten Zweigen,stets eine Verminderung der Menschen- und Capitalver-wenduug in anderen Zw eigen gegenüber steht, welche dochnaturgemäss erst in Abzug gebracht werden muss, ehevon einem reinen Ueberschuss der nationalen Güterver-mehrung die Rede sein kann.
Haben wir hiernach gezeigt, wie selbst die anscheinend glän-
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