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den Andern fort in den tollen Wirbel; der Vorsichtige wird, alsbeschränkt, verlacht. Da aber alle wirklichen, wie fictiven Capi-talien vorzugsweise den Weg einschlagen, in welchem die Steigerun-gen über die früheren normalen Preis- und Verbrauchsverhältnisseam grössten waren, so beschleunigen sie wieder Wissen und Willenden Eintritt und die Intensität des Rückschlags; sie fordern eineMacht heraus, deren Existenz sie vergessen hatten.
Haben wir aber hiermit die durch das Steigen der Preise überden Werth hervorgerufene Desorganisation in Handel und Gewerbegeschildert, so entwickelt sich diese Krankheitserscheinung in nochganz anderem Maassstabe, wenn sie sich, wie dies in der letztenKrise stattfand, auf den Geld- und Creditmarkt ausdehnt. Als Theildes für den Betrieb der reellen Börsengeschäfte nothwendigen Kapi-tals können selbst spekulative Umsätze in Fonds indirekt als pro-duktiv betrachtet werden. Allein das im reinen Differenzspiel, inder Agiotage verwandte Capital ist absolut unfruchtbar. Eine Aktiekann zu beliebigen Coursen hundertmal die Besitzer wechseln, ohnedass diese Transactionen die mindeste Rückwirkung auf ihren innerenWerth haben. Auch der so vielgerühmte Nutzen der Speculation fürindirekte Steigerung der Werthe durch Zusammenführung von Capi-talien zu Zwecken, wozu sie sich in gewöhnlichen Zeiten nicht zu-sammengefunden hätten, ist, bei Lichte besehen, ein grosser wirt-schaftlicher Nachtheil. Was nur den Strömungen der Agiotage seinLehen verdankt, bliebe besser ungeboren; sie ist ein Fallstrick, keinWegweiser für den wirtschaftlichen Unternehmungsgeist. JedeAktienunternehmung, die in einer Spekulationsperiode über Pari ein-gebracht wird, und später, im normalen Geschäftsbetrieb, den Pari-stand nicht wieder zu erreichen vermag, ist eine verfehlte Unterneh-mung vom Standpunkte der Privatwirtschaft, wie der Allgemeinheit.Und dieses Criterium trifft leider bei der grossen Mehrzahl der letztenGründungen zu.
Die erhöhte Thätigkeit auf den Gebieten der Arbeit bietet, trotzaller Ausschreitungen, immer noch die Möglichkeit einer, die Nach-teile der Speculationsperiode teilweise ausgleichenden Mehrerzeu-gung reeller Werthe durch äusserste Anstrengung der Menschen- undCapitalkräfte. Auf dem Gebiet des Spiels dagegen lebt der Gewinnerlediglich vom Verlust des Verlierenden; was also beide dabei anKräften aufwenden und an Gütern konsumiren, ist ein rein tiber-ächiessender Verlust für das National-Vermögen. Während der Periodefortwährenden Steigens der speculativen Werthe wird .nun diese Er-