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steigert, jedoch ira Wesentlichen nur auf Kosten geringerer Werth-erzeugung in denjenigen Zweigen, welchen dadurch Arbeiter undCapitalien entzogen wurden, auf Kosten einer Steigerung der unpro-ductiven Consumtion und unproductiven Capitalanlage, sowie ge-ringerer individueller Arbeitsleistung, endlich auf Kosten einer höchstbedenklichen Verschiebung der früheren Einnahme- und Lebensver-hältnisse der verschiedenen Bevölkerungsklassen und all der Demo-ralisation, welche das Speculationsfieber erzeugt. Wir treten vorallem dem Vorurtheil entgegen, als ob hohe Preise'an sich mit stei-gender Prosperität identisch wären, wo doch die gleichberechtigtenund gleichwichtigen Interessen der Käufer und Verkäufer in sichschon die Ausgleichung tragen. Wir halten daran fest, wie jedeEntfernung des Preises vom natürlichen Werth nicht zufällig, sondernmit zwingender Nothwendigkeit einen Rückgang auf dieses Niveauzum Gefolge hat, wie also alle Steigerungen der Wertke in Specu-lationsperiodeu nicht dauernde, reelle, sondern nur vorübergehende,fictive Vermehrungen des Nationalreichthums bilden, wie jedem spe-culativen Gewinn in der Hausse-Periode ein gleicher Verlust in derPeriode des Rückschlages notlrwendig entgegentreten muss, wie folg-lich alle Reichthumsvermehrung, welche sich nicht auf ver-mehrte Arbeit und verbesserte Verwendung des Capitalszurückftikren lässt, nur in reiner Illusion besteht.
Nach unserer Anschauung stehen also Hausse- und Baissekrisennicht einander gegenüber, wie Nutzen und Schaden, wie glänzendeZeiten und Calamitäten, sondern sie bilden nur zwei Phasen des-selben kritischen Vorgangs. Mit der ungewöhnlichen Stei-gerung der Preise über den Werth, nicht mit dem Umschlagder Preise, nahm die letzte Krise ihren Anfang. Wenn auchin der ersten Phase des Aufsteigens die Nachtheile, Güter über ihrenWerth hinaus erworben zu haben, meist latent blieben, erst in derzweiten Phase des Rückschlags hei der Realisirung thatsächlich her-vortraten, so waren sie doch damals schon vorhanden. Bewegte sichalso auch von 1871 bis 1873 die, aus der Multiplication der erzeugtenGütermengen mit den Tagespreisen resultirende Linie, stark nach oben,so ging gleichzeitig die Linie der jährlichen effektiven Reichthums-vermehrung der Nation nach unten, im Verhältniss wenigstens zudem normalen Reichthumsfortschritt ruhiger Zeiten. Wir halten un-bedingt den reellen Reichthumsfortschritt des ruhigen Jahres 1869für bedeutender, als den, des äusserlich so glänzenden Jahres 1872.
Es ist von der höchsten Wichtigkeit, die sogenannten glänzenden