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Die wirthschaftliche Krisis / von Wilhelm Oechelhaeuser
Entstehung
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Bahnen Ende 1874 gegen 1G00 Millionen Mark betrug (wozu noch2200 Millionen Mark Prioritäten kommen), so begreift es sich leicht,welche wirthschaftliche Wichtigkeit hier der Rentabilitätsfrage zu-kommt und wie bedenklich jene rückläufige Bewegung ist. Solltesich die Dividende des Jahres 1875 so viel schlechter stellen, alsder Cours seitdem gewichen ist, so würde kaum auf einen Durch-schnitt von 4 pCt. zu rechnen sein. Auf keinen Fall wird er sichbedeutend höher stellen.

III. Wir kommen nun zu den eigentlichen Kindern und zugleichBrutstätten der Aktienspekulation, den Banken und Creditinsti-tuten. Von den vor Schluss 18 70 gegründeten Institutendieser Art weist der Courszettel 48 nach, deren eingezahltes Ge-sammtkapital gegenwärtig 847 Millionen Mark beträgt. Hiervon be-finden sich zur Zeit 3 Gesellschaften mit 22 Mill. Kapital in Liqui-dation oder Concurs. Die Durchschnitts-Dividenden dieser altenGesellschaften waren :

1870 1871 1872 1873 1874

7,30 9,80 10,75 7,15 6,83 pCt.

Die Course standen durchschnittlich:

Ende

Ende

Ende

30. Oct.

1870

1872

1874

1875

110

146

110

92 pCt.

Dieses Bild ist ein

äusserlich

ziemlich

zufriedenstellendes. Es

umfasst theilweise sogar

glänzende Resultate,

worin die Preussiscke

Bank und der Berliner Kassenverein obenan stehen, wenn man vonmomentanen Erfolgen einzelner Spekulationsinstitute ahsieht. Ueber-kaupt bildeten die Notenbanken (von dem wirthschaftlichen Schadender Notenemissionen abgesehen) die finanziell solideste Gruppe unterden Banken, was ihren strengeren statutarischen Bestimmungen, derenInnehaltung der Staat überwacht, zu verdanken ist.

Die Jahre 1871 und 1872 ausgenommen, wo sie von denenormen Umsätzen, theilweise allerdings auch aus Agiogewinnen, 2bis 3 pCt. höhere Dividenden gaben, herrscht bei den alten Bankeneine Stätigkeit in den Resultaten, die im Allgemeinen auf geordneteGrundlagen rückschliessen lässt. Jedenfalls haben sie, mit wenigenAusnahmen, bei ihren spekulativen Unternehmungen mindestens dieInteressen ihrer eigenen Aktionäre sorgfältiger gewahrt, als dieBanken der neueren Gründungsperiode. Leider haben aber vieleInstitute, verblendet von einem beispiellosen Aufschwung, den sie füreinen dauernden ansahen, und lüstern nach dem Agiogewinn aus