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Deutschlands Volkswohlstand 1888 - 1913 / von Karl Helfferich
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dem natürlichem Wachstum der Bevölkerung nicht nur ent-spricht, sondern sogar vorauseilt. Einzig und allein indieser Möglichkeit liegt die Hoffnung auf einen dauerndenFortschritt in der Völkerentwicklung, und um es gleichzu sagen diese Hoffnung ist in dem Zeitalter, dem wirangehören, und in dem Lande, das wir mit Stolz unserVaterland nennen, Ereignis geworden.

Auf dem Gebiet des heutigen Deutschen Reiches wohntenim Jahre 1816 nur etwa 25 Millionen Menschen. Im Jahre derReichsgründung war die Bevölkerungszahl auf 41 MillionenMenschen gestiegen. Im Jahre des Regierungsantritts unseresKaisers zählte das Reich eine Bevölkerung von 48 Millionen.In den seither verflossenen 25 Jahren hat sich die Reichs-bevölkerung weiter um mehr als ein Drittel, auf 66 Millionenvermehrt.

Der jährliche Geburtenüberschuss beträgt seit lan-gem etwa 800000 Köpfe; er ist, im Verhältnis zur Be-völkerung gerechnet, stärker als in allen anderen grosseneuropäischen Staaten, Russland ausgenommen, ja selbstgrösser als in den Vereinigten Staaten von Amerika . ImJahre 1911 betrug der Ueberschuss der Geburten über dieTodesfälle, auf je 1000 Einwohner gerechnet:

in Deutschland ...... 11,3

in Russland....... 17,0*)

in Oesterreich . ...... 9,5

in Ungarn ........ 9,9

in England und Wales ... 9,8

in Italien ........ 10,1

in Frankreich ....... 0.9

in den Vereinigten Staaten , soweitErhebungen für die einzelnen

Staaten vorliegen .... 5,49,9

*) 1906.