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Deutschlands Volkswohlstand 1888 - 1913 / von Karl Helfferich
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Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass die Ent-wicklung des Geburtenüberschusses in Deutschland in denletzten Jahren einen viel bemerkten Rückgang aufweist. ImJahrzehnt 1881/90 stellte sich der Geburtenüberschuss aufje 1000 Einwohner auf 11,7, im folgenden Jahrzehnt auf13,9 und das Jahrzehnt 1901/10 brachte im Durchschnitt so-gar einen weiteren Fortschritt auf 14,3. Aber der Höhepunktlag im Jahre 1902 mit 15,6, während das Jahr 1911, wiebereits erwähnt, nur einen Ueberschuss von 11,3 aufweist.Auf die schwierige Frage nach den Ursachen dieser Be-wegung kann hier nicht eingegangen werden. Es sei zu-gegeben, dass die Tatsache des Rückganges Anlass zuernstem Nachdenken über manche Verhältnisse und Miss-verhältnisse unserer Zeit gibt.

Von besonderem Interesse für die Beurteilung unsererwirtschaftlichen und sozialen Gesamtentwicklung ist die ver-gleichende Betrachtung der beiden Reihen, deren Differenzder Geburtenüberschuss ist: der Geburten und der Todesfälle

Jahres-

durchschnitt

der

Jahrzehnte

Geborene

Absolute Zahlen

Gestorbene

Geburten-

über-

schuss

Auf 1000 Einwohner

ge-

boren

ge-stor-ben

Über-

schuss

1871/1880

1 743 888

1 232 854

511034

40,7

28,8

11,9

1881/1890

1 798 778

1 247 470

551308

38,2

26,5

11,7

1891/1900

1 964 108

1 233 843

730265

37,3

23,5

13,9

1901/1910

2 061 482

1 195 144

866338

33,9

19,7

14,3

1911

1 927 039

1 187 094

739945

29,5

18,2

11,3

Diese Vergleichung ergibt, dass die bis vor wenigenJahren festzustellende Zunahme des Geburtenüberschussesin seinen absoluten Zahlen nicht ausschliesslich in einerVermehrung der Geburten lag, sondern auch in einer Ab-nahme der Todesfälle, die bei einer so stark vermehrten